Ein Kachelofen kann in Bestandsgebäuden zu einer wertvollen Wärmequelle werden. Denn er hat nicht nur einen nostalgischen Charmes, sondern gilt auch als effiziente Heizlösung. Doch bevor die ersten Flammen lodern, das erste Feuer wärmt, sind einige wichtige Voraussetzungen zu prüfen: Passt die Statik? Ist der Brandschutz gewährleistet? Und eignet sich der vorhandene Schornstein überhaupt? Wer solche Fragen frühzeitig klärt und den Einbau fachgerecht plant, vermeidet teure Fehler.
- Wie wird der Standort für den Kachelofen festgelegt?
- Die 7 Voraussetzungen für den Einbau eines Kachelofens
- So erfolgt die Montage eines Kachelofens durch den Ofenbauer
- Welche baulichen Voraussetzungen gelten für den Kachelofen-Einbau?
- Welche statischen Anforderungen gibt es beim Kachelofen-Einbau?
- Welche Anforderungen gelten an den Schornstein für einen Kachelofen?
- Welche Brandschutzanforderungen gelten beim Einbau eines Kachelofens?
- Wann ist eine Bodenplatte oder Funkenschutzplatte erforderlich?
- Ist der Einbau eines Kachelofens genehmigungspflichtig?
- Welche Rolle spielt der Schornsteinfeger beim Kachelofen-Einbau?
- Wer darf einen Kachelofen einbauen?
- In diesen 7 Schritten läuft der Einbau eines Kachelofens ab
- Wie wird der Kachelofen an den Schornstein angeschlossen?
- Wie lange dauert der Einbau eines Kachelofens?
- Was kostet der Einbau eines Kachelofens?
- Welche Zusatzkosten können beim Einbau eines Kachelofens anfallen?
- Welche Planungskosten fallen beim Kachelofen-Einbau an?
- Welche Kosten entstehen für Abnahme und Inbetriebnahme durch den Schornsteinfeger?
- Worin unterscheiden sich die Einbaukosten im Neubau und im Bestandsgebäude?
- Wer trägt die Kosten für den Kachelofen-Einbau in Mietobjekten oder Wohnungseigentümergemeinschaften?
- Kachelofen-Einbau: Fehler vermeiden
- Wie kann ich bei gleicher Sicherheit beim Einbau eines Kachelofens Kosten sparen?
- Diese 5 Dinge sollten Sie beachten
- Fazit
- Kachelofen-Einbau: Häufig gestellte Fragen
- Quellen
Alles auf einen Blick:
- Ein Kachelofen benötigt einen geeigneten Kamin, ausreichend Verbrennungsluft und eine standfeste Aufstellfläche, um sicher betrieben werden zu können und den Wohnraum gleichmäßig zu heizen.
- Die statischen, brandschutztechnischen und baulichen Rahmenbedingungen bestimmen maßgeblich, welche Ofenbauweise möglich ist.
- Der Schornsteinfeger prüft im Vorfeld alle wesentlichen Voraussetzungen und muss die fertige Anlage später abnehmen.
- Je nach Gebäude, Standortwahl und Anschlussbedingungen unterscheidet sich der Aufwand für Planung und Montage erheblich.
- Typische Zusatzkosten entstehen für Schornsteinanpassungen, Bodenplatten, brandschutztechnische Maßnahmen und die abschließende Abnahme.
Wie wird der Standort für den Kachelofen festgelegt?
Die Strahlungswärme eines Kachelofens wirkt großflächig, weshalb der Aufstellort möglichst zentral im Raum liegen sollte. Zugleich müssen Möbel, Wandverkleidungen und Bodenbeläge entlang der vorgeschriebenen Mindestabstände angeordnet werden. Ein weiterer Faktor ist die räumliche Nähe zum Kamin beziehungsweise Schornstein, da eine kurze und möglichst gerade Verbindungsstrecke die Abgasführung verbessert. Werden mehrere Räume über ein offenes Wohnkonzept genutzt, empfiehlt sich ein Standort, der Sichtachsen und Wärmeströme zugleich berücksichtigt. Für die spätere Wartung sollten Reinigungstüren, Revisionsöffnungen und Luftkanäle zugänglich bleiben, ohne dass größere Umbauten notwendig sind, um sie zu erreichen.
Raumklima und Nutzung beim Kachelofeneinbau im Blick behalten?
Ein Kachelofen kann sehr unterschiedliche Wärmezonen erzeugen. Wird er zu nahe an Sitzbereichen platziert, kann die Strahlungswärme als zu intensiv empfunden werden. Befindet er sich jedoch in einer Ecke, kann dies die Wärmeverteilung beeinträchtigen. Auch Luftströmungen durch Fenster, Türen oder Lüftungsanlagen müssen berücksichtigt werden, um den Abbrand nicht zu beeinflussen.
Die 7 Voraussetzungen für den Einbau eines Kachelofens
- Der Raum muss grundsätzlich für die Aufstellung eines Kachelofens geeignet sein.
- Das Gebäude muss den Einbau einer Feuerstätte zulassen.
- Ein nutzbarer Schornstein muss vorhanden sein oder nachgerüstet werden können.
- Die Installation muss den geltenden technischen Vorgaben entsprechen.
- Der Standort muss so gewählt werden können, dass notwendige Schutzabstände eingehalten werden.
- Bei empfindlichen Bodenbelägen ist ein geeigneter Schutz erforderlich.
- Der Einbau muss mit dem Schornsteinfeger abgestimmt und später von ihm abgenommen werden.
So erfolgt die Montage eines Kachelofens durch den Ofenbauer
Fundament legen: Zuerst wird der Grundriss präzise gezeichnet, gefolgt vom Aufbau eines stabilen Sockels aus Porenbeton als Basis.
Sockel verstärken: Darauf kommt eine Stahlplatte zur Lastverteilung, bekrönt von einer ersten Schicht Schamottsteinen für den Feuerraum.
Innenstruktur mauern: Die tragende Hülle entsteht durch das Aufmauern mit Schamottsteinen.
Abgas- und Wärmesystem einbauen: Das Abgassystem des Brennraums wird montiert, optional ergänzt durch einen Wärmetauscher zur Unterstützung der Hausheizung.
Abschluss und Verkleidung: Bei Bedarf folgt der Einbau eines modernen Kachelofeneinsatzes, dann werden die Schamottsteine verputzt und der Ofen mit Kacheln verkleidet.
Welche baulichen Voraussetzungen gelten für den Kachelofen-Einbau?
- ausreichend große Stellfläche, die es ermöglicht, den Ofen so zu positionieren, dass er sinnvoll Wärme in den Raum abgeben kann
- er darf weder Laufwege noch Möbel einschränken, noch selbst dadurch behindert werden
- angrenzende Wände und Bauteile müssen so beschaffen sein, dass sie dem Wärmeeinfluss standhalten
- die Zugänglichkeit für spätere Wartungen muss genau wie bei einem Kaminofen auch sichergestellt werden, um etwa Revisionsöffnungen oder Klappen nutzen zu können
- der Kachelofeneinsatz muss für den gewünschten Brennstoff kompatibel sein
Welche statischen Anforderungen gibt es beim Kachelofen-Einbau?
Schwere Züge, keramische Nachheizflächen oder Speicheraufsätze, diese und weitere Bauteile können in der Gesamtmasse mehrere Hundert Kilogramm auf die Waage bringen. Diese Last wirkt punktuell auf die Bodenfläche und muss vom Tragwerk sicher aufgenommen werden. Besonders in Altbauten mit Holzbalkendecken ist Vorsicht geboten, da die Lastaufnahme begrenzt sein kann. Eine statische Prüfung ist daher gerade bei Altbauten sinnvoll, da sie zeigt, ob der Boden zum Beispiel durch Lastplatten oder Fundamentverstärkungen verstärkt werden muss oder ob eine Verlagerung des Aufstellortes notwendig wird. Auch Wandanschlüsse und Fundamente dürfen nicht nachgeben, da Bewegungen die Ofenkeramik schädigen könnten.
Welche Anforderungen gelten an den Schornstein für einen Kachelofen?
- geeigneter Querschnitt, der zum Kachelofeneinsatz passt und eine stabile Strömung zulässt
- ausreichende Höhe über dem Dach, damit der notwendige Förderdruck entstehen kann: mindestens 40 Zentimeter über First
- Material muss temperaturbeständig und gleichzeitig gegen Kondensatwirkung resistent sein; empfehlenswert sind keramische oder Edelstahl-Innenrohre
- Revisionsmöglichkeiten, um dem Schornsteinfeger Reinigungs- und Kontrollarbeiten zu ermöglichen.
Welche Brandschutzanforderungen gelten beim Einbau eines Kachelofens?
Die Brandschutzanforderungen beim Einbau eines Kachelofens werden durch
- die Feuerungsverordnungen der Bundesländer,
- die DIN EN 18160 für Abgasanlagen sowie
- die 1. BImSchV
geregelt. Ergänzend gelten die Montage-, Sicherheits- und Abstandsvorgaben der Hersteller. Die landesspezifischen Feuerungsverordnungen erfordern eine Abstimmung mit dem zuständigen Schornsteinfeger.
Die Brandschutzanforderungen in der Übersicht
| Brandschutzanforderung | korrekte Anforderung (Mindestmaß/Regel) | Zweck/Kommentar |
|---|---|---|
| Abnahme vor Inbetriebnahme | vor der ersten Nutzung muss die sichere Benutzbarkeit/Tauglichkeit der (Abgas-)Anlage durch den bevollmächtigten Bezirksschornsteinfeger geprüft und bescheinigt werden | stellt sicher, dass Aufstellung, Abgasführung und Abstände brandsicher/sicherheitskonform sind |
| Abstände der Feuerstätte zu brennbaren Bauteilen (Ofenkörper/Strahlung) | kein pauschaler Zentimeterwert: maßgeblich sind die Herstellerangaben | verhindert Überhitzung/Entzündung von Wand, Möbeln, Vorhängen etc. |
| Boden/Funkenschutzplatte vor der Feuerungsöffnung | brennbare Fußböden sind vor Feuerungsöffnungen von Feuerstätten für feste Brennstoffe durch nichtbrennbaren Belag zu schützen; Überstand mindestens 50 cm nach vorn und 30 cm seitlich über die Feuerungsöffnung hinaus | Schutz vor Funkenflug/Glut und Wärmeeinwirkung auf brennbare Beläge |
| Verbindungsstücke (Rauchrohre) | Verbindungsstücke dürfen nicht in Decken, Wänden oder unzugänglichen Hohlräumen angeordnet werden (also sichtbar/zugänglich führen) | Inspektion/Reinigung möglich; reduziert Brand- und Rauchgasrisiken bei Undichtigkeiten/Überhitzung |
| Verbindungsstücke/Abgasanlagen – Abstand zu brennbaren Bauteilen | so weit entfernt/abgeschirmt, dass an brennbaren Bauteilen bei Nennleistung max. 85 °C und bei Rußbrand max. 100 °C auftreten können. Als Regel-Erfüllung gilt 40 cm Mindestabstand (typischer Standardfall). | verhindert Wärmestau/Entzündung; reduzierte Abstände nur unter den in der Verordnung genannten technischen Bedingungen |
| Wand-/Deckendurchführungen für Rauchrohre durch brennbare Bauteile | bei Leitungen/Verbindungsstücken, die durch brennbare Bauteile geführt werden: Anforderungen gelten insbesondere als erfüllt, wenn entweder ein Mindestabstand von 20 cm mit Schutzrohr aus nichtbrennbaren Baustoffen eingehalten wird oder eine Ummantelung in mind. 20 cm Dicke mit nichtbrennbaren Baustoffen geringer Wärmeleitfähigkeit ausgeführt wird; Zwischenräume dürfen nur nichtbrennbar geschlossen werden | verhindert Entzündung im Durchdringungsbereich |
| Schornstein | Schornsteine müssen u. a. rußbrandbeständig sein und wenn sie Geschosse/Dachräume/Hohlräume überbrückeneine Feuerwiderstandsdauer von mindestens 90 Minuten haben oder in dafür geeigneten durchgehenden Schächten (90 Minuten) angeordnet sein | Brandübertragung über Geschosse verhindern; Rußbrand ist ein typisches Risiko bei Festbrennstoffanlagen |
| Abgasleitung/Schachtführung (wenn Geschosse/Dachräume/Hohlräume überbrückt werden) | in Gebäuden muss jede Abgasleitung, die Geschosse/Dachräume/Hohlräume zwischen Geschossen überbrückt, in einem eigenen Schacht angeordnet sein (mit definierten Ausnahmen, z. B. bestimmte Gebäudeklassen/Feuerwiderstandsdauer). Schächte dürfen nicht anderweitig genutzt werden. | verhindert Brand- und Rauchübertragung; sorgt für eine brandsichere, gekapselte Führung |
Wann ist eine Bodenplatte oder Funkenschutzplatte erforderlich?
Eine Bodenplatte oder Funkenschutzplatte ist nicht nur ein optisches Element, sondern soll vor allem das Risiko von Glut- und Brandschäden minimieren. Sie ist in den allermeisten Fällen notwendig, vor allem wenn es sich bei Ihrem Kachelofen um ein Modell mit einer offenen Feuerraumtür handelt beziehungsweise sobald ein Funkenflug nicht vollständig ausgeschlossen werden kann. Diese Platten verhindern, dass herausfallende Glutpartikel, Funken des Feuers und glühende Holzstücke des Brennstoffs auf den ungeschützten Boden treffen. Besonders bei brennbaren Bodenbelägen wie Parkett, Vinyl, Teppich oder Laminat ist ein solcher Schutz zwingend vorgeschrieben. Die Platte muss eine Mindestgröße besitzen, die den Feuerraum über die vorgeschriebenen Sicherheitsmaße hinaus abdeckt.
Bodenplatten: Die Materialien im Vergleich
| Material | Vorteile | Nachteile |
|---|---|---|
| Glasplatten |
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| Stahlplatten |
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| Natursteinplatten |
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Ist der Einbau eines Kachelofens genehmigungspflichtig?
In den meisten Fällen ist der Einbau eines Kachelofens nicht baugenehmigungspflichtig, unterliegt aber der Pflicht zur Anzeigenanahme und Abnahme durch den zuständigen Schornsteinfeger.
Wann brauche ich eine Genehmigung für den Einbau eines Kachelofens?
- bei baulichen Änderungen der Fassade durch Schornsteinverlängerungen
- in denkmalgeschützten Gebäuden
- in ensemblegeschützten Gebäuden, wenn außen sichtbare Eingriffe erfolgen
- bei dem Einbau eines neuen außen angebrachten Edelstahlschornsteins
- bei einer maßgeblichen Veränderung der Gebäudestatik
Welche Rolle spielt der Schornsteinfeger beim Kachelofen-Einbau?
Ein wichtiger Bestandteil der Schornsteinfeger-Aufgaben ist die sogenannte „Feuerstättenbescheid-Prüfung“, in der alle relevanten Daten zu Abgasanlage, Heizleistung, Querschnitt und Abständen dokumentiert werden. Während des Einbaus begleitet der Schornsteinfeger auf Wunsch den Ofensetzer und kontrolliert, ob die baulichen Vorgaben eingehalten werden. Am Ende steht die verbindliche Abnahme. Erst nach dieser und wenn man den sogenannten Feuerstättenbescheid in Händen hält, darf der Kachelofen betrieben werden.
Wer darf einen Kachelofen einbauen?
Den Einbau eines Kachelofens dürfen ausschließlich
- qualifizierte Ofen- und Luftheizungsbauer,
- handwerkliche Kachelofenbauer oder
- ein Betrieb mit einem entsprechenden Meistertitel oder einer gleichgestellten Qualifikation
durchführen.
Darf ich meinen Kachelofen auch selbst montieren?
DIY-Einbauten sind nicht zulässig, da sie erhebliche Sicherheitsrisiken bergen und nicht vom Schornsteinfeger abgenommen werden. Zudem erlischt die Haftung des Herstellers, wenn der Einbau nicht durch einen autorisierten Fachbetrieb erfolgt. Ebenso können Versicherungen die Schadensregulierung verweigern, wenn Sie nicht die entsprechenden Nachweise über den fachgerechten Einbau erbringen können.
In diesen 7 Schritten läuft der Einbau eines Kachelofens ab
- umfassende Bestandsaufnahme: Der Fachbetrieb prüft die örtlichen Gegebenheiten, vermisst den Aufstellraum, klärt die Schornsteinführung und legt die geeignete Ofenkonstruktion fest.
- Vorbereitung des Untergrunds und Schutz der umliegenden Flächen: Der Untergrund wird so vorbereitet, dass er die geplante Last dauerhaft tragen kann und es zu keinerlei Schäden durch Funkenflug kommen kann.
- Positionierung des Heizeinsatzes: Der Heizeinsatz wird aufgestellt, ausgerichtet und fixiert.
- Aufbau der Speicherzüge und der Luftführung: Die keramischen Züge oder Speichermodule werden gesetzt und so angeordnet, dass Wärme optimal aufgenommen und abgegeben werden kann.
- Montage der äußeren Verkleidung: Kacheln, Putz oder andere Oberflächenmaterialien werden aufgebracht und sorgfältig angepasst. Zugänge für Revisions- und Reinigungsarbeiten werden integriert.
- Herstellung des Schornsteinanschlusses: Die Verbindungsleitung wird gesetzt, abgedichtet und auf korrekte Positionierung geprüft.
- abschließende Funktions- und Sicherheitskontrolle: Alle Abstände, Fugen, Dichtstellen und Luftwege werden kontrolliert. Eine erste Funktionsprüfung gibt Aufschluss über Zugverhalten und Luftzufuhr, bevor der Schornsteinfeger die Anlage abnimmt.
Wie wird der Kachelofen an den Schornstein angeschlossen?
Der Anschluss an den Schornstein erfolgt über eine Verbindungsleitung, die die Abgase sicher in den Schacht leitet. Hierfür ist es zunächst notwendig, einen Wanddurchbruch zu tätigen, sofern keiner vorhanden ist. Anschließend wird die Verbindungsleitung eingepasst und an den Rauchstutzen des Heizeinsatzes angeschlossen. Die Höhe des Anschlusses hängt von den Vorgaben des Schornsteinfegers und der Konstruktion des Ofens ab. Zusätzlich wird geprüft, ob der Schornstein einen ausreichenden Zug erzeugt. Falls notwendig, können die Kosten für eine Schornsteinsanierung [https://www.kaminbau.net/magazin/schornsteinsanierung-kosten] oder den Einbau eines Innenrohrs auf Sie zukommen, insbesondere wenn ältere Schornsteine nicht mehr den heutigen Anforderungen entsprechen.
Wie lange dauert der Einbau eines Kachelofens?
Während ein Kleinkachelofen in der Regel etwa 1 bis 2 Tage Einbauzeit in Anspruch nimmt, können Modelle mit außergewöhnlicher Verkleidung, umfangreichen Speicherzügen oder integrierten Luftkanälen auch mehr Zeit benötigen. Natürlich hängt das auch davon ab, ob Sie einen Kachelofen von Grund auf neu und individuell aufbauen lassen oder ob es sich um einen Bausatz handelt.
Was kostet der Einbau eines Kachelofens?
Typischerweise liegen die Kosten für den Einbau eines Kachelofens 2026 zwischen 6.000 und mehr als 30.000, je nach Modell, Aufwand und regionalen Faktoren. Sie können sich an folgenden Beispielen orientieren:
einfacher Systemofen: 6.000 bis 9.000 Euro (vorhandener Schornstein, Standard-EFH)
Mittelklasse Grundofen: 9.000 bis 15.000 Euro (etwas Planung, Design)
aufwändiger Kachelofen: 15.000 bis 30.000 Euro (individuell, wasserführend)
Die Kosten im Einzelnen
| Kostenbestandteil | Beschreibung | Preisspanne netto |
|---|---|---|
| Kachelofen selbst | Bausatz/Systemofen (einfach) | 2.500 bis 5.000 Euro |
| Grundofen/keramisch (mittel) | 5.000 bis 8.000 Euro | |
| wasserführend/komplex (hoch) | 10.000 bis 30.000 Euro und mehr | |
| Arbeitslohn Ofenbauer | Planung, Mauern, Verkleidung (einfach) | 1.500 bis 3.000 Euro |
| individuell und aufwändig | 3.000 bis 6.000 Euro und mehr | |
| Anschluss & Zubehör | Rauchrohre, Dichtmaterial | 100 bis 600 Euro |
| Bodenplatte, Lüftung, Klappen | 200 bis 800 Euro | |
| Schornstein | bestehender Anschluss (geringer Arbeitsaufwand) | bis 500 Euro |
| neuer Edelstahl-Innen-/Außenschornstein | 2.500 bis 5.500 Euro | |
| Planung & Sonstiges | Statik, Brandschutz | 300 bis 1.200 Euro |
| Schornsteinfeger-Abnahme | Prüfung und Freigabe | 70 bis 150 Euro |
Welche Faktoren beeinflussen die Montagekosten eines Kachelofens?
- Arbeitszeit
- Materialaufwand
- Transport
- bauliche Vorbereitungen
- Komplexität der Anlage
- regionale Unterschiede
- Zusatzleistungen (unter anderem Zugberechnungen oder thermische Simulationen)
Welche Zusatzkosten können beim Einbau eines Kachelofens anfallen?
| Kostenbestandteil | Beschreibung | Preisspanne netto |
|---|---|---|
| Schornsteinumbau | Anpassung oder Neubau Anschluss | ab 1.500 Euro |
| Anschlussmaterial | Ofenrohre, Rauchrohre, Dichtmaterial | ab 100 Euro |
| Brennstofflagerraum | Einbau für Holz/Pellets | ab 1.000 Euro |
| Bodenplatte | Funkenschutzplatte | ab 70 Euro |
| Brandschutz | Calciumsilikat-Platten, Abstände etc. | ab 10 bis 20 Euro pro m² |
Welche Planungskosten fallen beim Kachelofen-Einbau an?
Die Planungskosten umfassen
- die technische Auslegung des Heizeinsatzes,
- die Berechnung der Speicherzüge,
- die Schornsteinzuganalyse und
- die Erstellung detaillierter Bauzeichnungen.
Viele Fachbetriebe berechnen diese Leistungen nicht separat, sodass sie in den Gesamtkosten für den Einbau eingerechnet sind.
Welche Kosten entstehen für Abnahme und Inbetriebnahme durch den Schornsteinfeger?
Der Schornsteinfeger erhebt Gebühren für die technische Prüfung, Messung und offizielle Abnahme der Feuerstätte. Diese Kosten liegen meist im Bereich von 70 bis 150 Euro. Ohne diese Abnahme dürfen Sie Ihren Ofen rechtlich nicht in Betrieb nehmen. Widersetzen Sie sich dem, kann das Bußgeld bis zu 5.000 Euro hoch sein. Zudem droht eine Stilllegung der Anlage. Auch Versicherungen können ihre Leistungen verweigern, sollte es zu einem Schaden kommen.
Worin unterscheiden sich die Einbaukosten im Neubau und im Bestandsgebäude?
Der große Kostenunterschied zwischen Neubau und Bestandsgebäude ist die Planung. Bei einem Neubauprojekt sind idealerweise die Schornsteinführung, die Aufstellfläche, die Tragfähigkeit und der Brandschutz bereits in die Planung integriert, wodurch weniger Anpassungsarbeiten anfallen. Entsprechend niedrig bleiben die Zusatzkosten, da Bodenverstärkungen, Wandöffnungen oder nachträgliche Schornsteinanpassungen seltener nötig sind. Im Bestand hingegen entstehen häufig Mehraufwände durch veraltete Schornsteine, begrenzte Tragfähigkeit oder ungünstige Raumkonzepte, die zusätzliche Maßnahmen erforderlich machen. Hinzu kommt der höhere Arbeitsaufwand, da die Altbausubstanz oft unvorhersehbare Herausforderungen birgt.
Wer trägt die Kosten für den Kachelofen-Einbau in Mietobjekten oder Wohnungseigentümergemeinschaften?
In Mietobjekten trägt grundsätzlich der Eigentümer beziehungsweise Vermieter die Kosten für den Einbau eines Kachelofens. Ein Mieter darf eine solche bauliche Veränderung weder ohne Zustimmung veranlassen noch eigenständig finanzieren, da das Gebäude strukturell verändert wird. Will der Vermieter den Einbau ermöglichen, müssen neben der Kostenübernahme zudem
- Haftungsfragen,
- Abnahmevorgaben und
- spätere Wartungspflichten
geklärt und vertraglich festgehalten werden.
In Wohnungseigentümergemeinschaften (WEGs) gilt der Schornstein meist als Gemeinschaftseigentum, weswegen die Mehrheit der Eigentümer zustimmen muss. Hier kommt es auf die Vereinbarungen unter den Eigentümern an, aber im Normalfall zahlt derjenige, der den Kachelofen einbauen lassen möchte.
Kachelofen-Einbau: Fehler vermeiden
| Fehler | Folge |
| unzureichende Gesamtplanung |
|
| keine frühzeitige Abstimmung mit dem Schornsteinfeger |
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| falsch dimensionierter Schornstein (Querschnitt/Zug) |
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| unterschrittene Mindestabstände zu brennbaren Bauteilen |
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| unzureichende Tragfähigkeit des Bodens |
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| fehlende oder unzureichende Verbrennungsluftversorgung |
|
| falsch ausgelegte Speicherzüge |
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| schlecht platzierte oder schwer zugängliche Revisionsöffnungen |
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| falsche Dimensionierung des Ofens (zu groß oder zu klein) |
|
Wie kann ich bei gleicher Sicherheit beim Einbau eines Kachelofens Kosten sparen?
- Im Prinzip sind Kachelöfen nicht förderungsfähig, es gibt allerdings Ausnahmen bei den wasserführenden Varianten. [1] Hier gilt es sich gut zu informieren, um aktuelle Fördermöglichkeiten auszuschöpfen.
- Weiterhin hilft eine frühzeitige und präzise Planung, die Kosten zu senken. Idealerweise kann der Kachelofen bereits im Rohbau eingeplant werden, um Schornsteinanpassungen und Bodenverstärkungen zu vermeiden.
- Standardisierte Modelle sind meist deutlich günstiger als vollständig maßgefertigte Kachelöfen.
- Vergleichen Sie Angebote mehrerer Fachbetriebe, da regionale Preisunterschiede beträchtlich sein können.
- Auch steuerlich können Sie sparen, indem Sie den Einbau Ihres Kachelofens bei den haushaltsnahen Dienstleistungen absetzen. Dazu benötigen Sie eine Rechnung des Handwerkers mit Ihrem Namen und einem ausgewiesenen Arbeitsanteil (§ 35a EStG).
Diese 5 Dinge sollten Sie beachten
- Frisch gesetzte Öfen benötigen mehrere schonende Abbrände, damit sich Materialien setzen können und spätere Spannungsrisse vermieden werden.
- Holz sollte immer trocken und sicher gelagert werden, jedoch nicht direkt am Ofen, damit keine übermäßige Erwärmung entsteht.
- Beim Setzen eines Kachelofens müssen Mörtel, Putz und keramische Bauteile mehrere Zwischenschritte durchlaufen, die nicht beschleunigt werden sollten, um spätere Spannungsrisse zu vermeiden.
- Achten Sie darauf, dass Leitungen, Kabel und Installationen im Aufstellbereich vor Beginn der Arbeiten eindeutig gekennzeichnet werden. So wird verhindert, dass während des Mauerwerksaufbaus versehentlich Leitungen beschädigt oder unzugänglich verbaut werden.
- Dokumentieren Sie den gesamten Einbauprozess sorgfältig, indem Sie Fotos von einzelnen Bauschritten, Leitungsführungen, Dämmmaßnahmen und der Zugverlegung anfertigen. Solche Informationen können für Wartung, Reparaturen, Nachrüstungen oder Versicherungsnachweise wichtig sein.
Fazit
Ein Kachelofen bietet langlebige, angenehme Strahlungswärme und kann Ihre Wohnqualität erheblich steigern, wenn er sorgfältig geplant und fachgerecht installiert wird. Die baulichen Voraussetzungen, die statischen Anforderungen und die Schornsteinparameter sind hierbei besonders wichtig, um die Effizienz der Anlage zu gewährleisten. Besonders im Bestand ist mit zusätzlichem Aufwand zu rechnen, da Schornsteinsanierungen oder Anpassungen der Tragstruktur häufig notwendig sind. Eine enge Abstimmung mit dem Schornsteinfeger verhindert spätere Probleme und sorgt für einen reibungslosen Einbauprozess.
Kachelofen-Einbau: Häufig gestellte Fragen
Kann ein Kachelofen mit einer bestehenden Heizungsanlage kombiniert werden?
Eine Kombination mit der bestehenden Heizung ist möglich, sofern der Kachelofen dafür ausgelegt ist und ein wasserführender Heizeinsatz verwendet wird. Die Auslegung erfordert jedoch eine genaue Abstimmung zwischen hydraulischer Planung, Speichergröße und Heizbedarf, weswegen die Zusammenarbeit mit dem Heizungsbauer auch hier wieder zwingend erforderlich ist.
Wie oft muss ein Kachelofen gewartet werden und was kostet das?
Pflichtarbeiten gemäß Kehr- und Überprüfungsordnung führt der Schornsteinfeger durch. Andere Wartungsarbeiten liegen beim Ofenbauer beziehungsweise dem Heizungsinstallateur. Es empfiehlt sich eine jährliche Kontrolle, um die Anlage zu überprüfen. Besonders bei älteren Anlagen kann es dann notwendig werden, einzelne Verschleißteile auszutauschen, um weiterhin eine sichere Verbrennung und niedrige Emissionen zu gewährleisten. Hier müssen Sie mit 200 bis 400 Euro rechnen.
Darf ein Kachelofen in Niedrigenergie- oder Passivhäusern betrieben werden?
In sehr dichten Gebäuden ist der Betrieb eines raumluftabhängigen Kamins oder Kachelofens oft problematisch. Unterdrucksituationen durch Lüftungsanlagen oder Dunstabzugshauben können den Abgasstrom beeinträchtigen. Daher sind in diesen Häusern raumluftunabhängige Systeme mit externer Verbrennungsluftzufuhr erforderlich. Diese Modelle sind speziell dafür entwickelt, trotz hoher Gebäudeabdichtung sicher zu funktionieren.
Muss ich meinen Kachelofen der Gebäudeversicherung melden?
In der Regel müssen Sie den Kachelofen nicht angeben, da er als vom Schornsteinfeger kontrollierte Heizung in Betrieb gesetzt wird. Erkundigen Sie sich aber bei Ihrem Versicherer, wie es im Einzelfall gehandhabt wird.
Quellen
[1] „Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG)“. Bafa.de, www.bafa.de/DE/Energie/Effiziente_Gebaeude/effiziente_gebaeude_node.html. Zugegriffen 3. Februar 2026.