Damit ein Kaminofen sicher betrieben werden kann, muss er fachgerecht an den Schornstein angeschlossen werden. Dafür ist häufig eine Kernbohrung erforderlich, bei der eine passende Öffnung durch die Wand oder den Schornstein hergestellt wird. Der Aufwand hängt dabei vor allem vom Wandmaterial, dem benötigten Durchmesser und der Zugänglichkeit der Bohrstelle ab. Neben der eigentlichen Bohrung spielen auch der Brandschutz und die Vorgaben für den Schornsteinanschluss eine wichtige Rolle. Werden diese Anforderungen nicht eingehalten, kann das die Funktion des Kaminofens beeinträchtigen und ein Sicherheitsrisiko darstellen. Deshalb sollte bereits vor Beginn der Arbeiten feststehen, welche Bohrung und welcher Anschluss für den vorhandenen Schornstein geeignet sind.
- Was ist eine Kernbohrung bei Kaminöfen?
- Wozu dient eine Kernbohrung beim Kaminanschluss?
- Wann ist eine Kernbohrung für einen Kaminofen notwendig?
- Welche Verfahren zur Kernbohrung gibt es?
- Verfahren im Vergleich: Trocken- oder Nassbohrung
- Kernbohrung Kamin: Welchen Durchmesser sollte das Bohrloch haben?
- Welche Position sollte für die Kernbohrung gewählt werden?
- Welche Höhe sollte für die Kernbohrung festgelegt werden?
- Wie läuft eine Kernbohrung ab? [Schritt für Schritt]
- Wie wird der Kaminanschluss nach der Kernbohrung gedämmt?
- Welche Vorschriften gelten bei einer Kernbohrung für Kamine?
- Ist eine Kernbohrung genehmigungspflichtig?
- Kernbohrung Kamin: Vermeiden Sie diese 7 Fehler
- Kann man eine Kernbohrung selbst durchführen oder sollte man einen Fachbetrieb beauftragen?
- Was kostet eine Kernbohrung für einen Kamin?
- Was kostet eine Kernbohrung inklusive Anschluss des Kaminofens?
- Welche Faktoren beeinflussen die Kosten einer Kernbohrung?
- Diese 5 Dinge sollten Sie beachten
- Fazit
- Kernbohrung Kaminofen: Häufig gestellte Fragen
- Quellen
Alles auf einen Blick:
- Eine Kernbohrung sorgt für einen Zugang durch die Wand für das Ofenrohr zum Schornstein.
- Durchmesser, Höhe und Position der Bohrung müssen exakt auf Kaminofen, Rauchrohr und Schornstein abgestimmt werden.
- Für Kernbohrungen gelten Brandschutzvorgaben, Feuerungsverordnungen und technische Anforderungen des Schornsteinfegers.
- Trocken- und Nassbohrungen unterscheiden sich hinsichtlich Staubentwicklung, Präzision und Einsatzbereich.
- Die Kosten für eine Kernbohrung liegen im Schnitt zwischen 150 und 350 Euro, abhängig von Wandstärke, Material und Aufwand.
Was ist eine Kernbohrung bei Kaminöfen?
Eine Kernbohrung ist ein präziser Mauerwerksdurchbruch, bei dem eine kreisrunde Öffnung für das Rauchrohr des Kaminofens zum Schornstein hergestellt wird. Dafür kommt eine hohle Diamantbohrkrone zum Einsatz, die das Material sauber durchtrennt und einen zylindrischen Kern aus der Wand löst. Im Vergleich zu einem herkömmlichen Schlagbohrer werden dabei deutlich weniger Erschütterungen verursacht. Dadurch bleibt das umliegende Mauerwerk weitgehend unbeschädigt und es entsteht eine glatte, passgenaue Öffnung, die nur wenig Nacharbeit erfordert.
Wozu dient eine Kernbohrung beim Kaminanschluss?
- Anschluss an den Schornstein: Die Kernbohrung schafft eine exakt passende Öffnung für das Rauchrohr. Dadurch lässt sich das Ofenrohr fachgerecht mit dem Schornstein verbinden.
- Abgase sicher ableiten: Über den Anschluss gelangen Rauchgase und Verbrennungsprodukte aus dem Kaminofen kontrolliert in den Schornstein und anschließend nach außen.
- Wohnraum vor Abgasen schützen: Ein passgenauer und dichter Anschluss verhindert, dass Rauchgase in den Raum gelangen. Das ist besonders wichtig, da bei der Verbrennung gesundheitsschädliche Stoffe entstehen können.
- Mauerwerk schonen: Beim Bohren wird gezielt eine runde Öffnung hergestellt, ohne das umliegende Mauerwerk unnötig aufzubrechen. Dadurch lassen sich Risse und größere Beschädigungen am Schornstein reduzieren.
- sichert Ofenbetrieb: Ein fachgerecht hergestellter Anschluss unterstützt den sicheren Betrieb des Kaminofens und gewährleistet, dass die Abgase zuverlässig abgeführt werden.
Wann ist eine Kernbohrung für einen Kaminofen notwendig?
Eine Kernbohrung muss durchgeführt werden, wenn der vorhandene Schornstein keinen passenden Anschluss für den geplanten Kaminofen bietet. Das kann bei einem Neubau ebenso erforderlich sein wie beim Nachrüsten eines Kaminofens im Bestands. Entscheidend ist, dass die Öffnung genau zum Rauchrohr und zum vorhandenen Schornstein passt.
Welche Verfahren zur Kernbohrung gibt es?
- Nassbohverfahren
- Trockenbohrverfahren
Nassbohverfahren
Beim Nassbohrverfahren wird die Diamantbohrkrone während des Bohrens mit Wasser gekühlt, wodurch sich das Verfahren besonders für harte Baustoffe wie Stahlbeton und massive Schornsteinwände eignet. Das Wasser bindet gleichzeitig den Bohrstaub und verringert den Verschleiß der Bohrkrone. Je nach Bohrdurchmesser und Platzverhältnissen wird das Gerät auf einem Bohrständer befestigt oder von Hand geführt. Dadurch lässt sich eine präzise und saubere Öffnung für den Kaminanschluss herstellen.
Trockenbohrverfahren
Beim Trockenbohrverfahren wird mit einer Diamantbohrkrone ohne Wasser eine präzise Öffnung im Mauerwerk hergestellt. Ein spezieller Sauger nimmt den entstehenden Bohrstaub direkt auf und hält die Arbeitsumgebung weitgehend sauber. Deshalb kommt das Trockenbohren häufig bei kleineren Arbeiten und in empfindlichen Innenbereichen zum Einsatz und eignet sich besonders für herkömmliche, weichere Wandmaterialien.
Verfahren im Vergleich: Trocken- oder Nassbohrung
| Vergleichspunkt | Trockenbohrung | Nassbohrung |
| geeignete Materialien |
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| Bohrtechnik |
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| Vorteile |
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| Nachteile |
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| Einsatzbereich |
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| Kosten |
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Kernbohrung Kamin: Welchen Durchmesser sollte das Bohrloch haben?
Das Bohrloch sollte in der Regel etwa 10 Millimeter größer als das Rauchrohr sein, damit ausreichend Platz für das Wandfutter bleibt. Übliche Durchmesser für Rauchrohre liegen zwischen etwa 120 und 200 Millimetern.
Hat das Rauchrohr beispielsweise einen Durchmesser von 140 Millimetern, kommt häufig eine Bohrkrone mit 150 Millimetern zum Einsatz. Der zusätzliche Platz ermöglicht es, das Wandfutter passgenau einzusetzen und mit feuerfestem Mörtel abzudichten. Ein zu kleines Loch erschwert die Montage und kann die notwendige thermische Trennung beeinträchtigen. Bei einer deutlich zu großen Öffnung wird dagegen unnötig viel Füllmaterial benötigt.
Welche Funktion übernimmt das Wandfutter?
Das Wandfutter ist ein passgenaues Verbindungsstück aus Metall oder Keramik zwischen dem metallischen Rauchrohr und dem Schornstein, das für einen sicheren und hitzebeständigen Übergang durch die Wand sorgt. Es wird fest in die Kernbohrung eingemauert oder verklebt und führt das Rauchrohr stabil durch das Mauerwerk. Gleichzeitig schützt das Wandfutter die Wand vor den hohen Temperaturen der Abgase und fängt die thermische Ausdehnung des Rohrsegments ab, um Risse im Putz zu verhindern.
Welche Position sollte für die Kernbohrung gewählt werden?
Die Kernbohrung sollte so positioniert werden, dass das Rauchrohr auf direktem Weg vom Kaminofen zum vorgesehenen Schornsteinanschluss geführt werden kann. Dabei müssen sowohl die baulichen Gegebenheiten als auch die Vorgaben für den Schornsteinanschluss berücksichtigt werden. Lassen Sie die Position der Kernbohrung immer vorab vom zuständigen Schornsteinfeger oder durch einen Fachbetrieb prüfen, um eine reibungslose Installation zu gewährleisten.
Welche Höhe sollte für die Kernbohrung festgelegt werden?
DieHöhe der Kernbohrung richtet sich nach der Position des Rauchrohrstutzens am Kaminofen und dem geplanten Verlauf des Rauchrohrs zum Schornstein. Maßgeblich ist also nicht eine pauschale Höhe, sondern die konkrete Kombination aus Ofen, Rauchrohr und Schornsteinanschluss. Anschließend wird geprüft, wie das Rauchrohr zum Schornstein geführt werden kann. Idealerweise verläuft es möglichst kurz und mit einer leichten Steigung zum Schornstein. Die Kernbohrung darf außerdem nicht so hoch oder niedrig gesetzt werden, dass vorgeschriebene Abstände zu brennbaren Bauteilen unterschritten werden. Für die genaue Positionierung sollte der Kaminofen bereits an seinem vorgesehenen Standort stehen oder seine Maße müssen exakt bekannt sein
Kernbohrung Kaminofen: wichtige Kriterien für die richtigen Position
- Rauchrohranschluss: Die Bohrhöhe muss zur Position des Rauchrohrstutzens am Kaminofen passen.
- Verlauf des Rauchrohrs: Das Rohr sollte möglichst kurz und mit einer leichten Steigung zum Schornstein geführt werden.
- Ofenstandort: Die endgültige Position des Kaminofens sollte vor der Bohrung feststehen.
- Bodenaufbau: Der Boden unter dem Kamin, sprich Bodenplatte, Estrich sowie der Bodenbelag, kann die Höhe des Ofens verändern und muss deshalb mitgerechnet werden.
- Brandschutz: Vorgeschriebene Abstände zu brennbaren Wänden, Decken und Möbeln müssen eingehalten werden.
- Schornsteinanschluss: Die geplante Bohrstelle muss für den vorhandenen Schornstein geeignet sein und den Vorgaben des zuständigen Schornsteinfegers entsprechen.
- Herstellerangaben: Das technische Datenblatt des Ofenherstellers enthält wichtige Maße für die Position des Rauchrohranschlusses.
Wie läuft eine Kernbohrung ab? [Schritt für Schritt]
- Anschlussposition festlegen
- Bohrstelle prüfen und markieren
- Bohrgerät vorbereiten
- Bohrgerät ausrichten
- Kernbohrung durchführen
- Bohrkern entfernen und Öffnung reinigen
- Wandfutter und Rauchrohr einsetzen
Anschlussposition festlegen
Zunächst werden Standort des Kaminofens, Höhe des Rauchrohrstutzens und die passende Anschlussstelle am Schornstein bestimmt. Dabei müssen auch Brandschutzabstände und die Vorgaben des Schornsteins berücksichtigt werden.
Bohrstelle prüfen und markieren
Anschließend wird die genaue Position der Kernbohrung an der Wand beziehungsweise am Schornstein angezeichnet. Vor dem Bohren wird geprüft, ob Leitungen oder andere Hindernisse im Bohrbereich liegen.
Bohrgerät vorbereiten
Abhängig vom Baustoff und vom Bohrverfahren wird die passende Diamantbohrkrone ausgewählt. Bei einer Trockenbohrung kommt eine Staubabsaugung zum Einsatz, während bei einer Nassbohrung Wasser zur Kühlung und Staubbindung verwendet wird.
Bohrgerät ausrichten
Bei größeren oder tieferen Bohrungen wird das Gerät auf einem Bohrständer befestigt und exakt auf die markierte Stelle ausgerichtet. Dadurch kann die Bohrkrone kontrolliert und gerade durch das Material geführt werden.
Kernbohrung durchführen
Die Diamantbohrkrone wird langsam angesetzt und anschließend mit gleichmäßigem Vorschub durch das Mauerwerk oder den Schornstein geführt. Dabei wird das Material kreisförmig abgetragen, sodass ein zylindrischer Bohrkern entsteht.
Bohrkern entfernen und Öffnung reinigen
Nach dem Bohren wird der Bohrkern entfernt und die Öffnung von Staub oder Bohrschlamm gereinigt. Anschließend wird kontrolliert, ob Durchmesser und Bohrtiefe für das vorgesehene Wandfutter passen.
Wandfutter und Rauchrohr einsetzen
Jetzt wird das passende Wandfutter eingesetzt und fachgerecht befestigt. Danach kann das Rauchrohr des Kaminofens an den Schornsteinanschluss angeschlossen werden.
Welche Sicherheitsanforderungen gelten bei der Ausführung einer Kernbohrung?
- richtige Schutzausrüstung
- eine sichere Führung des Bohrgeräts
- kontrollierter Arbeitsbereich
Welche genauen Schutzmaßnahmen erforderlich sind, hängt stets vom Bohrverfahren, dem Baustoff und den örtlichen Bedingungen ab.
Vor dem Bohren sollten folgende Punkte geprüft werden
- Leitungen: Kontrolle auf Strom-, Wasser- oder andere Leitungen im Bohrbereich
- Schornstein: Prüfung, ob die geplante Position für den Anschluss geeignet ist
- Bohrstelle: Kontrolle des Wand- oder Schornsteinaufbaus auf mögliche Besonderheiten
- Kaminanschluss: Abstimmung von Position und Durchmesser mit dem vorgesehenen Rauchrohr und Wandfutter
Während der Bohrarbeiten kommt es auf folgende Punkte an
- Schutzausrüstung: je nach Verfahren sind Schutzbrille, Gehörschutz und Atemschutz sinnvoll
- Bohrgerät: da Gerät muss sicher befestigt sein und kontrolliert geführt werden können
- Trockenbohrung: Bohrstaub sollte direkt über eine geeignete Absaugung aufgenommen werden
- Nassbohrung: anfallendes Wasser sollte aufgefangen und kontrolliert abgeleitet werden
- Arbeitsbereich: Bohrstelle sollte frei zugänglich sein und ausreichend Platz für die sichere Arbeit bieten
Wie wird der Kaminanschluss nach der Kernbohrung gedämmt?
Nach der Kernbohrung für den Kaminofen wird der Bereich um das Wandfutter fachgerecht ausgefüllt und gegen die entstehende Wärme geschützt. Welche Materialien und Dämmstärken dabei erforderlich sind, richtet sich vor allem nach dem Wandaufbau und den Vorgaben des Herstellers.
Darauf kommt es bei der Dämmung des Kaminanschlusses an
- Zwischenraum ausfüllen: Der Spalt zwischen Wandfutter und Mauerwerk wird mit einem feuerfesten, hitzebeständigen Material (z. B. Schamottemörtel) lückenlos ausgefüllt.
- geeignete Materialien nutzen: Es dürfen nur zugelassene, nicht brennbare Baustoffe wie feuerfester Mörtel oder spezielle mineralische Brandschutzplatten verwendet werden. Verwenden Sie am Kaminanschluss niemals herkömmliche Dämmstoffe oder normalen Bauschaum. Material, Dämmstärke und Abstände müssen exakt zum Ofen- und Schornsteinsystem passen.
- Rauchrohr abschirmen: Bei brennbaren Wänden (z. B. Holzständerbau) müssen die vorgeschriebenen Sicherheitsabstände durch zertifizierte Brandschutz-Wanddurchführungen eingehalten werden.
- Wärmeübertragung reduzieren: Die Dämmung schützt angrenzende Bauteile vor übermäßiger Erwärmung und fängt gleichzeitig die thermische Ausdehnung des Rohrs ab.
- Anschluss und Schornstein abdichten: Eine fachgerechte Ausführung verhindert das Ansaugen unerwünschter Nebenluft und sichert den optimalen Zug des Schornsteins.
Welche Vorschriften gelten bei einer Kernbohrung für Kamine?
- Feuerungsverordnung (FeuVO)
- Landesbauordnung (LBO)
Feuerungsverordnung (FeuVO)
Die Feuerungsverordnung enthält Anforderungen an Feuerstätten, Abgasanlagen und den Brandschutz. Dazu gehören unter anderem die erforderlichen Abstände von Kaminöfen zu Wänden und anderen brennbaren Bauteilen sowie Anforderungen an den sicheren Betrieb und die Eignung des Schornsteins. Welche Abstände konkret einzuhalten sind, hängt von der Feuerstätte, dem Rauchrohr und der baulichen Situation ab. Der vorhandene Schornstein muss zudem für den geplanten Anschluss geeignet sein.
Landesbauordnung (LBO)
Die Landesbauordnungen unterscheiden sich je nach Bundesland und können zusätzliche Anforderungen an bauliche Veränderungen und den Brandschutz stellen. Bei einer Kernbohrung am Schornstein sollte deshalb geprüft werden, ob durch den Eingriff weitere Anforderungen entstehen. Auch die Standsicherheit des Schornsteins darf durch die Bohrung nicht beeinträchtigt werden. Die geplante Ausführung sollte daher frühzeitig mit dem zuständigen Bezirksschornsteinfeger abgestimmt werden.
Ist eine Kernbohrung genehmigungspflichtig?
Für die Bohrung selbst benötigen Sie keine Baugenehmigung, jedoch ist die Inbetriebnahme des Kamins abnahmepflichtig, denn ohne Abnahme durch den Bezirkschornsteinfeger darf ein Kaminofen nicht legal betrieben werden. Informieren Sie ihn deshalb bereits vor Beginn der Arbeiten über das Vorhaben. So kann er prüfen, ob der geplante Standort und der Schornsteinanschluss den geltenden Anforderungen entsprechen. Nach dem Einbau wird die Feuerstätte vom zuständigen Bezirksschornsteinfeger geprüft und abgenommen. Anschließend wird der Feuerstättenbescheid ausgestellt. Darin ist festgelegt, welche Schornsteinfegerarbeiten künftig durchgeführt werden müssen und in welchen Abständen sie anstehen. Der Bescheid dient als Erlaubis für die Inbetriebnahme und ist zudem auch die Grundlage für die regelmäßigen Kontrollen und Wartung des Kaminofens.
Kernbohrung Kamin: Vermeiden Sie diese 7 Fehler
- falsche Position der Kernbohrung: Eine ungünstig gesetzte Öffnung kann den Anschluss des Rauchrohrs erschweren und nachträgliche Änderungen erforderlich machen.
- Brandschutzabstände nicht berücksichtigt: Zu geringe Abstände zu brennbaren Bauteilen können die sichere Nutzung des Kaminofens beeinträchtigen.
- ungeprüfte Leitungen: Vor dem Bohren sollten Strom-, Wasser- oder andere Leitungen im Arbeitsbereich ausgeschlossen werden.
- Bohrdurchmesser falsch gewählt: Eine zu kleine Öffnung erschwert das Einsetzen des Wandfutters, während eine zu große Bohrung mehr Füllmaterial, zusätzlichen Arbeitsaufwand und eine aufwendigere Abdichtung erfordern kann.
- ungeeignetes Wandfutter: Das Wandfutter muss zum Durchmesser des Rauchrohrs und zum vorhandenen Schornsteinsystem passen sowie für die auftretenden Temperaturen geeignet sein.
- Anschluss nicht fachgerecht abgedichtet: Undichte Stellen können den sicheren Abzug der Rauchgase und den Betrieb der Feuerstätte beeinträchtigen.
- Schornsteinfeger zu spät einbezogen: Eine frühzeitige Abstimmung hilft, eine ungeeignete Anschlussposition oder spätere Nacharbeiten zu vermeiden.
Kann man eine Kernbohrung selbst durchführen oder sollte man einen Fachbetrieb beauftragen?
Technisch versierte Heimwerker können eine kleinere Kernbohrung zwar selbst durchführen, tragen bei Schäden jedoch das volle Risiko und müssen damit rechnen, dass eine Versicherung bei Eigenverschulden nicht oder nur eingeschränkt leistet. Ein Fachbetrieb verfügt über die nötige Erfahrung sowie professionelle Bohr-, Absaug- und Führungssysteme und kann die Kernbohrung präzise ausführen. Schäden am Schornstein, am Mauerwerk oder an Leitungen können andernfalls hohe Nachbesserungs- und Instandsetzungskosten verursachen. Stimmen Sie die geplante Bohrung zudem frühzeitig mit dem zuständigen Schornsteinfeger ab. Die mögliche Ersparnis durch Eigenleistung steht jedoch häufig nicht im Verhältnis zum Risiko, sodass sich die Beauftragung eines Fachbetriebs lohnt.
Was kostet eine Kernbohrung für einen Kamin?
Die reinen Kosten für eine Kernbohrung liegen bei einem Standarddurchbruch meist zwischen 150 und 350 Euro. Wenn Sie das Bohrgerät selbst im Baumarkt mieten, können die Mietkosten je nach Gerät bei etwa 60 bis 100 Euro pro Tag liegen. Allerdings müssen Sie dann auch für die fachgerechte Ausführung sorgen und tragen das Risiko für mögliche Schäden an der Bohrkrone und am Haus. Ein Fachbetrieb übernimmt dagegen die fachgerechte Durchführung und verfügt über passende Bohr- und Absaugsysteme. Für das Wandfutter und weitere Dichtmaterialien können zusätzlich etwa 100 bis 300 Euro anfallen. Die Anfahrt wird je nach Betrieb und Entfernung häufig separat berechnet und kann beispielsweise mit etwa 35 bis 100 Euro zu Buche schlagen.
Für die Abnahme durch den zuständigen Bezirksschornsteinfeger gelten bei hoheitlichen Tätigkeiten gesetzlich festgelegte Gebühren nach der Kehr- und Überprüfungsordnung (KÜO). Die tatsächlichen Kosten richten sich dabei nach der Region, dem Umfang der Prüfung und den dafür angesetzten Arbeitswerten.
Was kostet eine Kernbohrung inklusive Anschluss des Kaminofens?
| Posten | Kosten für ein Einfamilienhaus mit freistehendem Kaminofen |
| Anfahrt | 50 Euro |
| Kernbohrung | 200 Euro |
| Wanddurchführung/Dichtmaterial | 100 Euro |
| Ofenanschluss | 500 Euro |
| Abnahme Schornsteinfeger | 100 Euro |
| Gesamtkosten | 950 Euro |
Welche Faktoren beeinflussen die Kosten einer Kernbohrung?
- Wandmaterial
- Wandstärke
- Erreichbarkeit
- Bohrverfahren
- Anfahrt
- Entsorgung
Wandmaterial
Mauerwerk ist deutlich günstiger zu bearbeiten als harter Stahlbeton oder Naturstein.
Wandstärke
Die Kosten werden oft pro Zentimeter Bohrstiefe berechnet, da dies die Arbeitszeit beeinflusst.
Erreichbarkeit
Erschwerte Bedingungen, wie Bohrungen in großer Höhe oder Überkopf, führen zu Aufschlägen.
Verfahren
Nassbohrungen sind aufgrund des Wasser- und Absaugaufwands meist teurer als Trockenbohrungen.
Anfahrt und Entsorgung
Regionale Unterschiede und der Abtransport des Bohrkerns schlagen zu Buche.
Diese 5 Dinge sollten Sie beachten
- Steigung einplanen: Das Rauchrohr sollte zum Schornstein hin leicht ansteigen, damit die Abgase gut abziehen und sich weniger Ruß ablagert.
- Bohrdurchmesser passend wählen: Die Kernbohrung muss zum Wandfutter passen und ausreichend Platz für eine gleichmäßige, hitzebeständige Ausfüllung lassen.
- Wärmeausdehnung berücksichtigen: Das Rauchrohr dehnt sich bei Erwärmung aus und sollte deshalb nicht starr im Wandfutter sitzen. Eine geeignete, hitzebeständige Dichtung schafft den nötigen Spielraum.
- Wandaufbau beachten: Je nach Wandmaterial gelten unterschiedliche Anforderungen. Bei brennbaren Bauteilen wie Holz oder bestimmten Trockenbaukonstruktionen sind zugelassene Brandschutzlösungen erforderlich.
- Wandfutter bündig einsetzen: Das Wandfutter darf nicht in den Schornsteinquerschnitt hineinragen, damit der Abgasweg frei bleibt und die Reinigung des Schornsteins nicht behindert wird.
Fazit
Eine Kernbohrung bildet die Grundlage für einen sicheren und funktionierenden Kaminanschluss. Höhe, Position und Durchmesser müssen exakt auf Kamin, Ofenrohr und Schornstein abgestimmt werden, damit ein störungsfreier Betrieb möglich ist. Besonders wichtig sind dabei Brandschutz, Dichtheit und die Einhaltung aller gesetzlichen Vorgaben. Professionelle Nass- oder Trockenbohrverfahren ermöglichen heute sehr präzise und vergleichsweise materialschonende Arbeiten. Wer frühzeitig den Schornsteinfeger einbindet und auf eine fachgerechte Ausführung setzt, vermeidet spätere Sicherheitsprobleme und unnötige Zusatzkosten.
Kernbohrung Kaminofen: Häufig gestellte Fragen
Wie lange dauert eine Kernbohrung für einen Kaminofen?
Eine einzelne Kernbohrung dauert meist zwischen einer und drei Stunden. Der genaue Zeitaufwand hängt von Wandstärke, Material und Zugänglichkeit ab. Bei Stahlbeton oder Naturstein kann die Arbeit deutlich länger dauern. Zusätzliche Zeit entsteht häufig durch Schutzmaßnahmen oder den Einbau des Wandfutters.
Kann man eine Kernbohrung auch im Winter bei Frost durchführen?
Eine Kernbohrung ist im Wohnraum in der Regel auch im Winter möglich, bei Frost müssen Sie das Verfahren jedoch an die Bedingungen vor Ort anpassen. Trockenbohrungen im beheizten Innenbereich lassen sich unabhängig von der Außentemperatur durchführen. Bei Nassbohrungen in unbeheizten Gebäuden oder im Außenbereich müssen Sie dagegen darauf achten, dass beim Nassbohrverfahren das Bohrwasser und das Gerät nicht einfrieren, da dies zu schweren Schäden an der Technik führen kann.
Kann man eine Kernbohrung nachträglich wieder verschließen?
Falls Sie den Kaminofen später entfernen, lässt sich die Öffnung mit einem speziellen Schornstein-Verschlussdeckel oder Brandschutzmörtel sicher verschließen. Hierbei füllen Handwerker das Loch meist mit Steinwolle und passenden Formsteinen auf, um die Dämmung und den Brandschutz wiederherzustellen. Eine fachgerechte Verputzung sorgt abschließend dafür, dass die Stelle an der Zimmerwand unsichtbar wird.
Quellen
[1] Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz. „§ 35a Steuerermäßigung bei Aufwendungen für haushaltsnahe Beschäftigungsverhältnisse, haushaltsnahe Dienstleistungen und Handwerkerleistungen“. Gesetze-im-Internet.de, Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz, www.gesetze-im-internet.de/estg/__35a.html. Zugegriffen 12. August 2026.