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Kaminbrand: Ursachen und Prävention

Kathrina Haunfelder
Verfasst von Kathrina Haunfelder
Zuletzt aktualisiert: 13. Februar 2026
Lesedauer: 17 Minuten
© wideonet / istockphoto.com

Ein Kaminofen sorgt für angenehme Wärme und eine behagliche Atmosphäre in den eigenen vier Wänden. Während das Holz im Brennraum abbrennt, lagern sich mit der Zeit im Schornstein Ruß ab. Diese Rückstände können sich unter bestimmten Bedingungen entzünden und zu einem Kaminbrand führen. Die gute Nachricht ist, dass sich die meisten Kaminbrände durch sachgemäßes Heizen und regelmäßige Wartung vermeiden lassen. Entscheidend sind die richtige Brennstoffwahl, ausreichende Verbrennungstemperaturen und eine regelmäßige Schornsteinreinigung. Wer diese grundlegenden Zusammenhänge versteht und die typischen Warnsignale kennt, kann seinen Kaminofen sicher und effizient betreiben.

Alles auf einen Blick:

  • Ein Kaminbrand, oder auch Schornsteinbrand, entsteht durch überhitzte oder entzündete Rußablagerungen im Schornstein, weshalb auch von Schornsteinbrand oder Rußbrand die Rede ist.
  • Der sogenannte Glanzruß auf der Innenseite eines Schornsteins kann durch ungeeignete Brennstoffe wie feuchtes Holz und zu geringe Verbrennungstemperaturen entstehen und ist besonders entzündbar. 
  • Funkenflug aus dem Schornstein, ungewöhnlich starke Rauchentwicklung und ausgeprägte Hitzeentwicklung an der Kaminwand sind mögliche Warnsignale und können auf einen drohenden Kaminbrand hinweisen.
  • Eine regelmäßige Reinigung durch den Schornsteinfeger sowie korrektes Anheizen und geeignete Brennstoffe beugen einem Kaminbrand aktiv vor.
  • Im Brandfall dürfen Ofentüren niemals geöffnet werden. Schließen Sie außerdem alle Fenster und versuchen Sie nicht, einen solchen Brand selbst zu löschen. Kontaktieren Sie umgehend die Feuerwehr, die den Rußbrand kontrolliert ausbrennen lassen kann. 

Was ist ein Kaminbrand?

Ein Kaminbrand ist eine unkontrollierte Entzündung von Rußablagerungen im Inneren eines Schornsteins. Die Temperaturen steigen dabei auf über 1.000 Grad Celsius, was das Mauerwerk extrem belastet. In der Folge können Risse im Schornstein entstehen oder Funken nach außen dringen. Besonders gefährlich ist Glanzruß, der bei unsachgemäßer Verbrennung sowie Verwendung von zu feuchtem Holz, entsteht und sich sehr leicht entzündet. Bei Feuerstätten mit flüssigen Brennstoffen bildet sich durch unvollständige Verbrennung sogenannter Flockenruß, der ein ähnlich hohes Brandrisiko birgt. Das Tückische an einem Schornsteinbrand ist, dass sich der Ruß über Wochen und Monate unbemerkt ablagert und dabei die Abgaswege zunehmend verengt. Wird der Schornstein nicht regelmäßig vom Schornsteinfeger gereinigt und wird weiterhin unsachgemäß geheizt, steigt das Risiko eines Kaminbrands erheblich.

Wie entsteht ein Kaminbrand?

Bei unvollständiger Verbrennung kann sich besonders entzündbarer Ruß bilden, der später als Auslöser für einen Kaminbrand wirkt. Dieser Ruß setzt sich an den Innenwänden des Schornsteins ab und verdichtet sich mit der Zeit zu einer brennbaren Schicht. Die Entstehung eines Kaminbrands wird durch bestimmte Faktoren begünstigt. Dazu zählen

  • zu niedrige Verbrennungstemperaturen,
  • eine unzureichende Luftzufuhr,
  • unsachgemäße Bedienung des Ofens sowie
  • die Verwendung ungeeigneten Brennmaterials.

Unter diesen Bedingungen entstehen besonders viele unverbrannte Partikel, die sich im Schornstein ansammeln. Wird die Rußschicht später hohen Temperaturen oder Funkenflug ausgesetzt, kann sie sich entzünden und das Feuer über den Abgaszug rasch ausbreiten.

Warum entsteht Glanzruß und wie führt er zum Kaminbrand?

Glanzruß, auch Hartruß genannt, gilt als besonders gefährlich. Er bildet sich, wenn Holz bei zu geringer Luftzufuhr verbrennt. Dabei entstehen große Mengen unverbrannter Teerstoffe, die an den kühlen Schornsteinwänden kondensieren und dort zu einer harten, glänzenden Schicht erstarren. Anders als gewöhnlicher Ruß ist Glanzruß nicht locker und pulvrig, sondern kompakt, fest und extrem energiereich. Entzündet sich diese Schicht durch Funkenflug, starke Überhitzung oder Selbstentzündung, breitet sich die Hitze rasend schnell im gesamten Schornstein aus. Schon bei wenigen hundert Grad Celsius kann Glanzruß reagieren und schlagartig abbrennen. Die dabei entstehenden Temperaturen von über 1.000 Grad Celsius dehnen das Mauerwerk aus, wodurch Risse entstehen können. Durch diese Risse können Funken in angrenzende Bauteile gelangen und dort weitere Brände auslösen.



Was sind die häufigsten Ursachen für einen Kaminbrand?

Zu den häufigsten Ursachen für einen Kaminbrand zählen

  • feuchtes Holz,
  • falsche Handhabung des Kamins,
  • unzureichende Verbrennungsluft,
  • unzureichende Schornsteinreinigung,
  • Schornsteine mit zu großem Querschnitt oder schlechter Zugleistung sowie
  • ungeeignete Brennstoffe.

[1

Schon eine einzige Heizsaison mit falschen Brennstoffen kann ausreichen, um gefährliche Glanzrußmengen im Schornstein zu erzeugen. Hierzu zählen zu feuchtes Brennholz, behandeltes Holz sowie Abfälle wie Pappe, Papier oder Plastik. Wenn Ihr Kamin bei normaler Nutzung ungewöhnlich viel Rauch erzeugt oder der Schornsteinfeger einen glänzenden Belag entdeckt, sollte der Schornstein gereinigt und das Heizverhalten angepasst werden.

Welche Rolle spielt feuchtes Holz bei Kaminbränden?

Enthält Holz mehr als 20 Prozent Restfeuchte, muss ein großer Teil der Energie zunächst dazu genutzt werden, das Wasser im Holz zu verdampfen. Dadurch sinken die Verbrennungstemperaturen, was die Bildung von Teerstoffen und Rußpartikeln massiv erhöht. Diese Partikel wandern in den Schornstein und lagern sich dort als dicker, klebriger Belag ab, der später zu Glanzruß verhärten kann. Feuchtes Holz erzeugt zudem viel dunklen Rauch. Der Einsatz ungeeigneter Holzarten oder schlecht gelagerter Scheite verstärkt diesen Effekt. Wird über längere Zeit feuchtes Holz verbrannt, können sich im Schornstein schnell kritische Schichten bilden. Wichtig ist daher, das richtige Holz fürs Heizen zu nutzen und das Material an einem Ort zu lagern, der luftig ist und vor Regen sowie Feuchtigkeit schützt. [2

Welche Rolle spielt falsches Heizen bei Kaminbränden?

Die richtige Bedienung Ihres Kamins ist entscheidend für eine effiziente und gleichmäßige Verbrennung. Neben ungeeignetem Brennmaterial kann eine zu frühe oder zu stark reduzierte Luftzufuhr oder ein überfüllter Brennraum zu unvollständiger Holzverbrennung führen. Dadurch entstehen vermehrt Rückstände, die sich im Schornstein ablagern. Eine klare, gleichmäßig brennende Flamme weist auf eine gute Verbrennung hin. Dunkler Rauch und starkes Flackern sind frühe Anzeichen für Sauerstoffmangel. Auch die Sichtscheibe der Brennkammer liefert Hinweise, denn bleibt sie nach dem Erlöschen des Feuers weitgehend sauber und ist nur wenig Asche vorhanden, deutet das in der Regel auf ein effizientes Kaminfeuer hin.

Welche Rolle spielt eine zu geringe Verbrennungstemperatur bei Kaminbränden?

Bei zu niedrigen Verbrennungstemperaturen entsteht sogenannter kalter Rauch, der zahlreiche Partikel und kondensierbare Stoffe enthält. Diese setzen sich im Schornstein ab und fördern die Bildung von Versottung. Eine dauerhaft zu geringe Betriebstemperatur verschlechtert zusätzlich den Abgasfluss und begünstigt die Ansammlung von Rückständen, wodurch die Gefahr von Schornsteinversottung weiter zunimmt. Während der Anheizphase sollte die Luftzufuhr vollständig geöffnet sein, damit der Ofen schnell die erforderlichen Temperaturen für eine vollständige Verbrennung erreicht.

WAS IST SCHORNSTEINVERSOTTUNG?
Schornsteinversottung bezeichnet die Ablagerung von Teer, Ruß und kondensierbaren Stoffen an den Innenwänden des Schornsteins, die insbesondere durch unvollständige Verbrennung und die Bildung von kaltem Rauch entstehen. Langfristig erhöht dies die Brandgefahr und kann die Schornsteinwände schädigen.

Welche Kaminofen- und Brennstoffarten erhöhen das Risiko für einen Kaminbrand?

Vor allem ältere Öfen ohne moderne Luftsteuerung verbrennen Holz oft weniger effizient, wodurch große Mengen Ruß und unverbrannte Holzgase entstehen. Diese Abgase lagern sich im Schornstein ab und erhöhen das Brandpotenzial. Auch Öfen mit zu großem Feuerraum oder unzureichender Zugluft neigen zu unvollständiger Verbrennung. Hinsichtlich der Brennstoffe ist bei Weichhölzern zu beachten, dass sie aufgrund ihres Harzgehalts besonders viele Verbrennungsrückstände produzieren. Auch wenn es verlockend sein mag, sollten Sie auf keinen Fall Müll, Karton oder Möbelreste als Brennmaterial nutzen, da dadurch nicht nur extrem rußbildende Partikel freigesetzt werden, sondern auch chemische Dämpfe entstehen können. Pellets minderer Qualität können ebenfalls hohe Mengen Feinstaub erzeugen, wenn sie Zusätze enthalten.

Welche Schornsteinarten sind besonders anfällig für Kaminbrand? 

  • Gemauerte Schornsteine sind besonders gefährdet, weil ihre Innenflächen häufig rau und porös sind. Die Oberfläche dieser Schornsteinart begünstigt das Anhaften von Ruß und Teer, wodurch Glanzruß schneller entsteht. In einem Edelstahlschornstein kann sich jedoch ebenfalls durch falsche Verbrennung ein Kaminbrand entwickeln, auch wenn das Material glatter und ebenmäßiger ist.
  • Ältere Schornsteine weisen häufig Kältebrücken auf, die das Kondensieren der Abgase fördern. Dadurch setzen sich mehr Rückstände an den Innenwänden ab, was das Brandrisiko erhöht.
  • Schornsteine mit zu großem Querschnitt oder unzureichender Dämmung führen zu niedrigen Abgastemperaturen. Die kühleren Abgase kondensieren leichter und hinterlassen mehr Ablagerungen im Schornstein.
  • Falsch dimensionierte Verbindungsrohre oder lange horizontale Abschnitte behindern den Abgasfluss und begünstigen ebenfalls die Ablagerung von Ruß und Teer. Dadurch kann sich das Brandrisiko deutlich erhöhen.

Welche Anzeichen deuten auf einen drohenden Kaminbrand hin?

Symptommögliche Ursache
  • ungewöhnliche Geräusche wie Knacken, Poltern oder Rauschen
  • deutlich erhöhte Hitze an der Schornsteinoberfläche
  • Funkenflug aus dem Schornstein
  • beißender, intensiver Geruch beim Heizen
  • dichter, dunkler Rauch
  • Rauch drückt in den Innenraum
  • starke Erwärmung im Schornstein oder sich lösende Ablagerungen
  • überhitzte Ablagerungen im Inneren
  • glühende Partikel im Abgasstrom
  • erwärmte Ablagerungen, die thermisch reagieren
  • unvollständige Verbrennung
  • hohe Partikelbelastung im Abgaszug
  • Störung des Kaminzug, möglicherweise durch Ablagerungen oder verengte Abgaswege

Welche Warnzeichen deuten auf Glanzruß im Schornstein hin?

Glanzruß zeigt sich vor allem durch sichtbar glänzende, harte Rückstände bei der Schornsteinreinigung, begleitet von einem harten, metallisch-stechenden Geruch während des Heizens. Häufig macht sich das Problem auch durch einen unruhigen oder schwankenden Zug bemerkbar, der teilweise von pfeifenden Geräuschen begleitet wird. Trotz normaler Brennstoffqualität und korrekter Bedienung nimmt die Rauchentwicklung zu, während das Ofenfeuer träge oder zeitweise gedämpft wirkt. Zudem erwärmt sich der Schornstein schneller und stärker als gewöhnlich, obwohl die Heizleistung unverändert bleibt.



Wie kann ich einen Kaminbrand durch richtiges Heizen vermeiden?

Bereits während der Anheizphase sollte Ihr Ofen ausreichend Luft erhalten, damit die Temperaturen schnell steigen und ein stabiler Abbrand entsteht. Beim Nachlegen ist es empfehlenswert, für freie Luftwege zu sorgen, damit das Feuer kontinuierlich und ruhig brennen kann. Eine klare Flammenstruktur ohne übermäßige Rauchentwicklung zeigt, dass der Verbrennungsprozess korrekt läuft. Die Farbe des Rauchs am Schornstein sollte zudem hell und nahezu unsichtbar sein.

Wie kann man Kaminbrand durch die richtige Brennstoffwahl verhindern?

Hochwertiges, gut getrocknetes Hartholz erzeugt eine heiße und gleichmäßige Flamme, wodurch weniger Verbrennungspartikel entstehen. Weichhölzer verbrennen zwar schnell, sorgen aber vermehrt für die gefährlichen Ablagerungen. Holzbriketts aus reiner Holzpressung verbrennen oft sauberer als Weichholzscheite, solange sie trocken gelagert und nicht mit Zusatzstoffen versetzt sind. Wichtig ist zudem, dass Sie keine Materialien wie Papier, Pappkartons sowie behandeltes Holz verbrennen. Das Verbrennen von Abfällen gilt zudem als Ordnungswidrigkeit, denn das ist nicht nur schädlich für das Kaminsystem, sondern auch für die Umwelt.

Wie wichtig ist die Holzfeuchte zur Kaminbrand-Prävention?

Ausreichend trockenes Brennholz ist entscheidend für einen sicheren Kaminbetrieb. Dadurch arbeitet der Kaminzug gleichmäßiger und der Ofen lässt sich besser steuern, was das Risiko unruhiger oder instabiler Verbrennungsphasen senkt. Zudem sorgt trockenes Brennholz dafür, dass die Wärmeabgabe vorhersehbarer und effizienter ist. Der Ofen reagiert verlässlicher auf Luftregler und Brennstoffmenge, sodass sich typische Fehlbedienungen leichter vermeiden lassen. Gleichzeitig bleibt das Sichtfenster durch das richtige Brennholz dauerhaft sauber, was eine bessere Kontrolle des Flammenbildes ermöglicht.

GUT ZU WISSEN:
Die Restfeuchte ist durch die Erste Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes (1. BImSchV, § 3 Abs. 3) festgelegt. Der obere Grenzwert liegt bei 25 Prozent. [3] Optimal trockenes Holz weist etwa 15 bis 20 Prozent Restfeuchte auf, damit das Feuer kontrolliert abbrennt und schnell die Temperaturen erreicht, die für einen störungsfreien Betrieb notwendig sind. Wenn Sie sich vergewissern wollen, dass Ihr Brennholz trocken genug ist, kann ein sogenanntes Holzfeuchtemessgerät hilfreich sein. Das Messgerät wird an das Holz gehalten und errechnet durch den elektrisch gemessenen Widerstand im Material den Feuchtigkeitsgehalt.

Welche Rolle spielt der Schornsteinfeger beim Vorbeugen eines Kaminbrands?

Der Schornsteinfeger entfernt bei der Reinigung nicht nur Ruß, sondern überprüft auch den Zug, die Temperaturentwicklung, die Dichtigkeit und mögliche Schäden im Mauerwerk. Bei falsch dimensionierten Schornsteinen oder geänderten Betriebsbedingungen des Ofens kann er Empfehlungen zur Optimierung aussprechen. Besonders wertvoll ist die individuelle Beratung zu Brennstoffen, Luftzufuhr und richtigem Heizverhalten, da diese Maßnahmen Ablagerungen reduzieren und die Verbrennung effizienter gestalten.

Ist der Schornsteinfeger gesetzlich vorgeschrieben?

Als Eigentümer einer Immobilie mit Feuerungsanlagen sind Sie gesetzlich verpflichtet, regelmäßige Reinigungen und Wartungen durchführen zu lassen. Das Schornsteinfeger-Handwerksgesetz (SchfHwG) schreibt vor, dass der bevollmächtigte Bezirksschornsteinfeger in festgelegten Abständen eine Feuerstättenschau durchführt, bei der der Zustand von Feuerstätte, Schornstein und Verbindungsstücken geprüft wird. Die Ergebnisse werden im sogenannten Feuerstättenbescheid dokumentiert, der die verbindlichen Kehr- und Prüfintervalle festlegt. Ergänzend regelt die Kehr- und Überprüfungsordnung (KÜO) die konkreten Zeitabstände für Reinigung und Kontrolle, die für Eigentümer rechtsverbindlich sind.

Wie oft sollte ein Schornstein gereinigt werden, um Kaminbrand zu vermeiden?

Grundsätzlich sollten Sie mindestens einmal jährlich eine professionelle Schornsteinreinigung durchführen lassen. Je nach Nutzungsintensität, Ofengröße und -art sind in der Praxis auch mehr Reinigungen empfehlenswert.

Reinigungsintervalle in der Übersicht

KaminofenartSchornsteinfeger-Kehrung (gesetzlich nach KÜO)Fachwartung
Kaminofen/Feststoffofenein- bis viermal mal pro Heizsaison, abhängig von Nutzungvor und nach der Heizsaison
moderne Niedrigtemperaturöfenzweimal pro Heizsaisonjährlich
Pelletöfen mit automatischer Brennstoffzufuhrzweimal pro Heizsaisonjährlich
Speckstein-/Speicheröfenein- bis zweimal jährlichjährlich
Warmluftkamin/Heizeinsatzvor Heizperiode plus einmal während der Saisonjährlich

Welche Wartungsmaßnahmen am Kaminofen beugen Kaminbrand vor?

  • regelmäßige Kontrolle von Dichtungen, Brennraumsteinen, Luftreglern und der Sichtscheibe
  • Austausch beschädigter Dichtungen, Brennraumsteinen, Sichtscheibe und Luftreglern
  • Reinigung verschmutzter oder Brennraumsteine sowie der Aschekammer
  • regelmäßige Überprüfung der Sekundär- oder Tertiärluftsysteme (sofern vorhanden)

Welche baulichen Maßnahmen reduzieren das Risiko eines Kaminbrands?

bauliche MaßnahmeAusführung
richtige Dimensionierung der Feuerstätte
  • Schornsteinquerschnitt an Ofen und Betriebsverhalten anpassen
Schornstein außen dämmen
  • Mineralwolle-, Kalziumsilikat- oder Perlitplatten anbringen und verputzen
Schornstein innen dämmen
  • Dämmhülse oder gedämmtes Rohrsystem (Edelstahl/Keramik) einziehen
Edelstahl-Innenrohr
  • glattes, durchgehendes Rohr vom Schornsteinkopf bis zum Ofenanschluss
Schornsteinquerschnitt verkleinern
  • passende Innenhülse einbauen
Schornsteinquerschnitt vergrößern
  • Mauerwerk öffnen oder Schornstein erhöhen bei zu geringem Zug
Verbindungsrohre steiler führen
  • waagerechte Strecken entfernen
  • Anstieg zwischen 45 und 90 Grad herstellen
zu lange Rauchrohre kürzen
  • Rohrlängen reduzieren
  • näher am Schornsteinanschluss verlegen
Zugverstärker
  • mechanischen oder elektrischen Ventilator am Schornsteinkopf montieren
Schornsteinmauerwerk instandsetzen
  • Risse schließen
  • lose Fugen erneuern
  • defekte Steine ersetzen
Schornsteinkopf sanieren
  • Abdeckung erneuern
  • Regenschutz und Aufsatz gegen Windverwirbelungen
Kamineinsatz korrekt einpassen
  • maßgenaue, dichte Verbindung zwischen Ofenstutzen und Schornstein
Revisionsöffnungen nachrüsten
  • zusätzliche Klappen für bessere Reinigung und Kontrolle
Schornstein abdichten
  • feuchte Stellen durch Innenabdichtungen oder spezielles Material bearbeiten

Welche Regeln gelten für das sichere Betreiben von Kaminöfen zur Prävention?

  • nur geeignete Brennstoffe wie trockenes, naturbelassenes Holz verwenden
  • Luftzufuhr nie zu früh reduzieren
  • Ofen nicht überfüllen
  • sicherer Abstand zu brennbaren Materialien einhalten
  • Installation eines CO-Melders zur Früherkennung von Kohlenmonoxid
  • regelmäßige Reinigung und Pflege des Ofens, um Verbrennungsrückstände zu minimieren

Was sollte ich im Brandfall tun, wenn ein Kaminbrand ausbricht?

Wenn in Ihrem Kamin ein Brand ausbricht, gilt zunächst, dass Sie Ruhe bewahren. Schließen Sie sofort die Ofentüren und die Luftzufuhr, da jede zusätzliche Sauerstoffzufuhr den Brand massiv verstärken kann. Versuchen Sie niemals, den Brand mit Wasser zu löschen, da der entstehende Wasserdampf den Schornstein zusätzlich beschädigen kann. Alarmieren Sie stattdessen unverzüglich die Feuerwehr, da nur sie den Brand kontrolliert abbrennen lassen und die Situation überwachen kann. Warten Sie am besten außerhalb des Gebäudes auf das Eintreffen der Einsatzkräfte. Nach dem Einsatz der Feuerwehr beurteilt der Schornsteinfeger die Schäden.



Diese 5 Dinge sollten Sie beachten

  1. Lagern Sie Anzünder, Kleinholz oder Briketts niemals in unmittelbarer Nähe des Brennraums, um unbeabsichtigte Entzündungen zu vermeiden.
  2. Achten Sie auf die sichere Bedienbarkeit der Ofentür und Griffe und lassen Sie beschädigte oder schwergängige Komponenten frühzeitig instandsetzen.
  3. Asche enthält häufig noch Glutreste. Bewahren Sie sie in hitzebeständigen Behältern auf, um ungewollte Zündquellen zu vermeiden.
  4. Überprüfen Sie regelmäßig die Stabilität des Bodenblechs oder Funkenschutzes. Ein intakter Funkenschutz verhindert, dass kleine Partikel den Boden oder brennbare Untergründe erreichen.
  5. Die richtige Bedienung des Ofens ist entscheidend für eine vollständige und effiziente Verbrennung. Lassen Sie sich bei Neuanschaffung detailliert einweisen oder frischen Sie Ihr Wissen bei Unsicherheiten auf.

Fazit

Die Entstehung eines Kaminbrandes ist in den meisten Fällen das Ergebnis eines längeren Zeitraums unzureichender Verbrennung oder fehlender Wartung. Werden Abgaswege durch Glanzruß und andere Ablagerungen eingeengt, steigt das Risiko einer plötzlichen Entzündung deutlich. Wer die Zusammenhänge zwischen geeigneten Brennstoff, ausreichend hoher Verbrennungstemperatur und korrekt dimensionierten Schornstein kennt, kann diese Gefahr wirksam reduzieren. Entscheidend ist, dass der Ofen heiß, sauber und mit ausreichender Luftzufuhr betrieben wird, damit sich möglichst wenige brennbare Rückstände im Schornstein festsetzen. Regelmäßige Kontrollen durch den Schornsteinfeger helfen, Ablagerungen frühzeitig zu erkennen und strukturelle Schwachstellen in den Abgaswegen zu beseitigen. Kommt es dennoch zu einem Kaminbrand, darf keinesfalls eigenständig gelöscht werden. Die Feuerwehr muss umgehend alarmiert werden, da sie den Brand kontrolliert ausbrennen lässt und die Situation fachgerecht überwacht. Eine verantwortungsbewusste Betriebsweise, kombiniert mit regelmäßiger Wartung, verhindert einen solchen Kaminbrand und schützt nicht nur die Bausubstanz, sondern auch die Bewohner im Gebäude und in der direkten Nachbarschaft. Wer alle relevanten Sicherheitsregeln einhält, kann seinen Kaminofen dauerhaft zuverlässig und sicher betreiben.

Kaminbrand: Häufig gestellte Fragen

Wer zahlt bei einem Kaminbrand?

Für Gebäudeschäden ist in der Regel die Wohngebäudeversicherung zuständig, für beschädigten Hausrat die Hausratversicherung. Voraussetzung ist, dass der Kamin ordnungsgemäß betrieben und gesetzliche Wartungsfristen eingehalten wurden. Bei grober Fahrlässigkeit kann die Leistung gekürzt werden. Werden Nachbarn oder deren Eigentum geschädigt, greift meist die Haftpflichtversicherung des Verursachers.

Wie schnell kann sich Glanzruß im Schornstein bilden?

Glanzruß kann sich bereits innerhalb weniger Wochen bilden. Je schlechter die Verbrennung, desto schneller lagern sich teerhaltige Stoffe im Schornstein ab. Besonders bei intensiver Nutzung im Winter entsteht Glanzruß oft deutlich schneller, als viele Hausbesitzer vermuten. 

Kann man nach einem Kaminbrand den Ofen sofort wieder benutzen?

Nein, nach einem Kaminbrand muss der Ofen außer Betrieb bleiben, bis der Schornsteinfeger eine gründliche Untersuchung durchgeführt hat. Erst wenn alle Schäden dokumentiert und behoben wurden, darf die Anlage wieder nach Freigabe verwendet werden. 

Quellen

[1] Landesinnungsverband für das Bayerische Kaminkehrerhandwerk. „Kamin/Schornsteinbrände Hinweise für den Feuerwehreinsatz“. Lfv-bayern.de, www.lfv-bayern.de/media/filer_public/c3/c7/c3c70b1d-8669-4866-bc9f-07efb7244833/49-hinweise-zu-kaminbraenden_2010.pdf. Zugegriffen 11. Februar 2026.

[2] Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft. „Heizen mit Holz: zehn goldene Regeln“. BMEL, www.bmleh.de/DE/themen/wald/holz/heizen-mit-holz.html. Zugegriffen 11. Februar 2026.

[3] „Erste Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes *) (Verordnung über kleine und mittlere Feuerungsanlagen – 1. BImSchV) § 3 Brennstoffe“. Gesetze-im-internet.de, www.gesetze-im-internet.de/bimschv_1_2010/__3.html. Zugegriffen 11. Februar 2026.

Über unsere*n Autor*in
Kathrina Haunfelder
Kathrina studiert zurzeit Technikjournalismus und Technik-PR. Im Studium eignete Sie sich bereits die grundlegenden Kompetenzen in den Bereichen Print-, Online-, Hörfunk- und TV-Journalismus mit dem Schwerpunkt Technik an. Vor ihrem Studium absolvierte Sie eine Ausbildung zur Fremdsprachenkorrespondentin.