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Kamin modernisieren: Methoden & Kosten einer Kamin-Modernisierung

Kathrina Haunfelder
Verfasst von Kathrina Haunfelder
Zuletzt aktualisiert: 06. November 2026
Lesedauer: 20 Minuten
© KatarzynaBialasiewicz / istockphoto.com

Ein Kamin ist häufig über viele Jahre in Betrieb und prägt als Wärmequelle und Gestaltungselement die Wohnatmosphäre. Mit der Zeit können sich jedoch die Anforderungen an die Feuerstätte verändern. Technische Neuerungen, steigende Ansprüche an die Energieeffizienz oder gesetzliche Vorgaben machen es dann sinnvoll, den bestehenden Kamin auf den Prüfstand zu stellen. Eine Modernisierung bietet die Gelegenheit, die Anlage an aktuelle Standards anzupassen und ihre Nutzung langfristig zu sichern. Welche Möglichkeiten dafür infrage kommen und mit welchen Kosten zu rechnen ist, hängt von den baulichen Gegebenheiten und dem individuellen Modernisierungsbedarf ab.

Alles auf einen Blick:

  • Eine Kaminmodernisierung bietet durch moderne Verbrennungstechnologie Vorteile bei Effizienz, Wärmeleistung und Emissionen und kann aus technischen oder gesetzlichen Gründen erforderlich sein.
  • Je nach Zustand und Bauart lässt sich der Kamin mit einer Kaminkassette, einem neuen Heizeinsatz oder einem Staubabscheider modernisieren.
  • Bei älteren Feuerstätten hängt der weitere Betrieb vor allem davon ab, ob die geltenden Emissionsgrenzwerte der Immissionsschutzverordnung eingehalten werden.
  • Änderungen an der Feuerstätte müssen vor der Inbetriebnahme vom bevollmächtigten Bezirksschornsteinfeger geprüft und abgenommen werden.
  • Wie hoch die Kosten ausfallen, richtet sich nach der gewählten Modernisierungsmaßnahme, dem Zustand des Schornsteins und dem zusätzlichen Anpassungsaufwand.

Wann sollte man einen Kamin modernisieren?

  • starke Rußablagerungen im Feuerraum oder am Einsatz
  • ein ungewöhnlich hoher Holzverbrauch
  • sichtbare Schäden am Heizeinsatz
  • geringe Wärmeabgabe trotz regelmäßigen Heizens
  • Kamin hält geltende Emissionsgrenzwerte nicht ein

Ältere Kaminöfen arbeiten häufig weniger effizient und geben einen größeren Teil der erzeugten Wärme ungenutzt über den Schornstein ab. Auch offene Kamine bieten häufig Potenzial für eine technische Aufrüstung. Durch den Einbau moderner Verbrennungstechnolgie lässt sich der Wirkungsgrad gezielt verbessern und die Wärmeabgabe somit erhöhen. Ein Fachbetrieb oder der zuständige Schornsteinfeger, kann Ihren bestehenden Kamin prüfen und feststellen, ob eine Modernisierung notnwendig ist.

GUT ZU WISSEN
Auch wenn die Begriffe oft als Synonyme verwendet werden, gibt es Unterschiede zwischen Kamin, Ofen und Kaminofen. Ofen ist meist ein Oberbegriff für verschiedene Feuerstätten, darunter Kachelöfen und Kaminöfen. Ein Kamin ist fest ins Gebäude integriert und wird meist mit einem Kamineinsatz und einer festen Verkleidung errichtet. Dabei gibt es Kaminarten, die einen offenen oder geschlossenen Feuerraum besitzen. Ein Kaminofen ist dagegen ein meist industriell gefertigtes Gerät, das frei im Raum steht und über ein Ofenrohr an den Schornstein angeschlossen wird. Durch seine Sichtscheibe bleibt das Feuer sichtbar. Zudem lässt er sich in der Regel leichter austauschen als ein gemauerter Kamin.

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Welche gesetzlichen Vorgaben gelten für alte Kamine?

Für alte Kaminöfen und andere Einzelraumfeuerungsanlagen für feste Brennstoffe gilt in Deutschland die 1. Bundes-Immissionsschutzverordnung (1. BImSchV). Sie legt unter anderem Grenzwerte für den Ausstoß von Staub und Kohlenmonoxid fest und regelt in § 26 gestaffelte Übergangsfristen für ältere Anlagen. Die letzte reguläre Frist endete am 31. Dezember 2024 und betraf Feuerstätten mit einem Typenschilddatum zwischen dem 1. Januar 1995 und dem 21. März 2010.

Welche alten Kamine müssen nachgerüstet oder ausgetauscht werden?

Alte Kaminöfen und andere Einzelraumfeuerungsanlagen, die vor dem 22. März 2010 errichtet und in Betrieb genommen wurden, müssen nachgerüstet oder außer Betrieb genommen werden, wenn sie die vorgeschriebenen Emissionsgrenzwerte nicht einhalten und keine Ausnahmeregelung greift.

Grenzwerte gemäß § 26 der 1. BImSchV

  • Staub: maximal 0,15 Gramm pro Kubikmeter Abgas
  • Kohlenmonoxid: maximal 4 Gramm pro Kubikmeter Abgas

Die Einhaltung der BImSchV-Grenzwerte lässt sich durch eine Prüfstandsmessbescheinigung des Herstellers oder eine Emissionsmessung durch einen Schornsteinfeger nachweisen. Liegt kein entsprechender Nachweis vor, ist der Weiterbetrieb nach Ablauf der gesetzlichen Übergangsfrist ohne geeignete Nachrüstung grundsätzlich nicht mehr zulässig. Ein vollständiger Austausch ist dabei nicht generell vorgeschrieben. Alternativ können betroffene Anlagen mit einer geeigneten Einrichtung zur Staubminderung nachgerüstet oder dauerhaft außer Betrieb genommen werden. Ist eine Nachrüstung technisch nicht möglich oder wirtschaftlich nicht sinnvoll, bietet sich ein Austausch des alten Kamins an.



Welche alten Kamine müssen nachgerüstet oder ausgetauscht werden?

  • Kaminöfen und andere Einzelraumfeuerungsanlagen, deren Typprüfung zwischen dem 1. Januar 1995 und dem 21. März 2010 erfolgte und die die geltenden Emissionsgrenzwerte überschreiten.
  • Feuerstätten, für die kein Nachweis vorliegt, dass sie die vorgeschriebenen Grenzwerte einhalten.
  • Anlagen, bei denen eine technische Nachrüstung notwendig ist, um den weiteren Betrieb zu ermöglichen.
  • Kamine, bei denen eine Nachrüstung technisch nicht möglich oder wirtschaftlich nicht sinnvoll ist. In diesem Fall kann ein vollständiger Austausch erforderlich sein.

Gibt es Ausnahmen von der Nachrüstpflicht?

  • nicht gewerblich genutzte Herde und Backöfen mit einer Nennwärmeleistung unter 15 Kilowatt
  • offene Kamine
  • Grundöfen
  • Einzelraumfeuerungsanlagen, die eine Wohneinheit ausschließlich mit Wärme versorgen
  • historische Feuerstätten, die nachweislich vor dem 1. Januar 1950 hergestellt oder errichtet wurden

Welche Möglichkeiten zur Kaminmodernisierung gibt es?

typische Modernisierungsmaßnahmetechnische UmsetzungNutzen und Voraussetzungen
Kaminkassette einbauen
  • Ein geschlossener Brenneinsatz wird in einen vorhandenen offenen Kamin eingebaut.
  • verbessert die Wärmenutzung
  • Kamin und Schornstein müssen für den Einbau geeignet sein
Kamineinsatz austauschen
  • Ein veralteter Heizeinsatz wird durch ein modernes Modell ersetzt.
  • kann den Wirkungsgrad verbessern und Schadstoffemissionen reduzieren
  • Anpassungen an der Kaminverkleidung können erforderlich sein
Staubabscheider nachrüsten
  • Ein geeigneter Staubabscheider entfernt einen Teil der Staubpartikel aus dem Abgas.
  • reduziert Staubemissionen
  • kann gesetzliche Nachrüstanforderungen erfüllen
auf wasserführenden Kamin umrüsten
  • Ein wasserführender Kamineinsatz wird eingebaut und an die Zentralheizung angeschlossen.
  • Teil der erzeugten Wärme kann zur Heizungsunterstützung genutzt werden
  • dafür ist in der Regel ein Pufferspeicher erforderlich
elektronische Abbrandregelung nachrüsten
  • Eine automatische Steuerung reguliert die Verbrennungsluft während des Abbrands.
  • verbessert den Bedienkomfort
  • optimiert die Verbrennung
  • nur bei geeigneten Geräten nachrüstbar.
Wärmespeicher nachrüsten
  • Geeignete Speichersteine oder Speichermodule werden in den Kamin integriert.
  • verlängert die Wärmeabgabe nach dem Abbrand
  • Nachrüstung hängt von der Bauart und den Herstellervorgaben ab

Kamin modernisieren: Sonderlösungen und ergänzende technische Maßnahmen

Maßnahmetechnische UmsetzungNutzen und Voraussetzungen
Rauchsauger installieren
  • Ein Ventilator unterstützt den Abgastransport im Schornstein.
  • bei unzureichendem Schornsteinzug hilfreich
  • Auslegung muss zur Feuerstätte passen
externe Verbrennungsluftversorgung herstellen
  • Eine geeignete Leitung führt der Feuerstätte Verbrennungsluft von außen zu.
  • reduziert die Luftentnahme aus dem Wohnraum
  • Kamin muss für den Außenluftanschluss geeignet sein
Schornstein und Abgasführung anpassen
  • Die Abgasanlage wird beispielsweise durch ein geeignetes Innenrohr oder andere bauliche Anpassungen modernisiert.
  • kann erforderlich sein, um einen neuen Heizeinsatz sicher und ordnungsgemäß zu betreiben
Unterdruck-Sicherheitseinrichtung einbauen
  • Eine Überwachung erkennt kritische Druckverhältnisse und schaltet bei Bedarf eine Abluftanlage ab.
  • ermöglicht unter bestimmten Voraussetzungen den sicheren gemeinsamen Betrieb von Kamin und Lüftungs- oder Abluftanlage

Je nach Ausgangssituation und Zustand des Kamins gibt es verschiedene Optionen, die Effizienz zu erhöhen. Welche Verbrennungstechnologie für Sie infrage kommt, hängt davon ab, ob es sich um einen offenen oder geschlossenen Kamin handelt, ob der Schornstein angepasst werden muss und wie hoch die gewünschte Leistungssteigerung ist. Für die richtige Entscheidung sollten Sie sich daher am besten direkt an einen Fachbetrieb oder an den zuständigen Schornsteinfeger werden und sich ausführlich zu Ihrem Kamin beraten lassen.



Wann lohnt sich ein Staubabscheider für einen alten Kamin?

Ein Feinstaubfilter, auch Staubabscheider genannt, ist häufig die kostengünstigste Lösung, wenn ein bestehender Kaminofen die vorgeschriebenen Feinstaubgrenzwerte überschreitet, die CO-Werte jedoch bereits eingehalten werden und die vorhandene Verbrennungstechnologie noch in einem guten Zustand ist.

Passive und aktive Staubabscheider im Vergleich

Grundsätzlich stehen passive und aktive Staubabscheider zur Auswahl. Passive Systeme wie Katalysatoren oder Partikelabscheider kommen ohne Strom aus. Sie wandeln einen Teil der Schadstoffe im Abgas um oder halten Feinstaubpartikel zurück. Allerdings müssen sie regelmäßig kontrolliert und gereinigt werden. Aktive Filter, auch elektrostatische Staubabscheider genannt, laden die Feinstaubpartikel elektrisch auf und scheiden sie anschließend an einer Elektrode ab. Dafür benötigen sie einen Stromanschluss, erreichen in der Regel aber eine höhere Abscheideleistung und arbeiten weitgehend automatisch.

WICHTIG
Staubabscheider für Feuerungsanlagen benötigen eine gültige Bauartzulassung des Deutschen Instituts für Bautechnik (DIBt). Wenn Sie daher Ihren Kaminofen mit einem Feinstaubfilter nachrüsten möchten, sollten Sie vor dem Kauf prüfen, ob das gewünschte Modell zugelassen ist. Eine Übersicht der anerkannten Staubabscheider finden Sie im Produktportal des DIBt. [1]

Wie lässt sich ein offener Kamin modernisieren?

Ein offener Kamin lässt sich am effektivsten durch die Montage einer Kaminkassette modernisieren. Dadurch wird aus dem offenen Kamin eine geschlossene Feuerstätte, die die erzeugte Wärme deutlich besser nutzt. Während offene Kamine häufig nur einen Wirkungsgrad von etwa 10 bis 20 Prozent erreichen, arbeiten moderne geschlossene Kamineinsätze wesentlich effizienter. Je nach Zustand können zusätzlich Anpassungen am Schornstein erforderlich sein.

Was bringt eine Kaminkassette bei einem offenen Kamin?

Eine Kaminkassette verbessert die Wärmenutzung eines offenen Kamins. Der geschlossene Brenneinsatz mit Sichtscheibe sorgt durch eine kontrollierte Luftzufuhr für eine effizientere Verbrennung und reduziert Wärmeverluste. Nach dem fachgerechten Umbau und der Abnahme kann die gesetzliche Beschränkung entfallen, nach der offene Kamine gemäß des 1. Bundes-Immissionsschutzgesetzes grundsätzlich nur gelegentlich betrieben werden dürfen. Voraussetzung ist, dass die geschlossene Feuerstätte alle geltenden technischen und rechtlichen Anforderungen erfüllt.

Ob eine Standardkassette ausreicht oder eine Maßanfertigung notwendig ist, hängt von der Bauweise und den Abmessungen des Kamins ab. Auch der Schornstein muss für den neuen Einsatz geeignet sein. Die Planung sollten Sie deshalb mit einem Fachbetrieb und dem zuständigen bevollmächtigten Bezirksschornsteinfeger abstimmen.

Wann sollte man einen alten Kamineinsatz austauschen?

Grund für den KaminaustauschWann ist ein Austausch sinnvoll?
Überschreitung der Emissionsgrenzwerte
  • Wenn der Kamineinsatz die Grenzwerte der 1. BImSchV nicht einhält und eine Nachrüstung mit einem geeigneten Staubabscheider nicht möglich oder unwirtschaftlich ist.
starke Verschleißerscheinungen
  • Wenn der Brennraum des Ofens erhebliche Abnutzungserscheinungen oder Schäden aufweist, die sich nicht sinnvoll reparieren lassen.
beschädigte Bauteile
  • Wenn Risse im Brennraum, undichte Dichtungen oder beschädigte Sichtscheiben die Betriebssicherheit beeinträchtigen und eine Reparatur nicht möglich oder wirtschaftlich sinnvoll ist.
fest eingemauerte Kamineinsätze
  • Für fest eingemauerte Kamin- und Kachelofeneinsätze gelten nach § 26 Absatz 4 der 1. BImSchV besondere Regelungen. Eine geeignete nachgeschaltete Einrichtung zur Staubminderung kann eine Alternative zum Austausch sein.


Kann man einen Kamineinsatz ohne Abriss der Kaminverkleidung austauschen?

Grundsätzlich ist ein Austausch ohne vollständigen Abriss der Kaminverkleidung möglich, sofern die Außenmaße des neuen Einsatzes zum vorhandenen Feuerraum passen oder ein passendes Modell nach Maß angefertigt werden kann. In diesem Fall baut der Fachbetrieb den alten Einsatz aus und setzt den neuen ein, ohne die bestehende Verkleidung vollständig entfernen zu müssen.

Eine Modernisierung bietet jedoch auch die Gelegenheit, die Kaminverkleidung zu erneuern oder optisch neu zu gestalten. Das kann sich insbesondere dann lohnen, wenn ohnehin Anpassungsarbeiten erforderlich sind. Werden mehrere Arbeiten zusammen ausgeführt, lassen sich beispielsweise zusätzliche Anfahrten und wiederholte Baustelleneinrichtungen vermeiden. Dadurch kann es kostengünstiger sein, die Mehrarbeiten direkt bei der Modernisierung einzuplanen, statt die Verkleidung zu einem späteren Zeitpunkt separat erneuern zu lassen.

Was ist besser: Kamin nachrüsten oder austauschen?

Eine Nachrüstung ist meist sinnvoll, wenn der Kamin technisch noch in gutem Zustand ist und gezielt verbessert werden soll. Bei stark veralteter Technik, größeren Schäden oder wenn sich die gewünschten Verbesserungen durch einzelne Maßnahmen nicht erreichen lassen, empfiehlt sich dagegen ein Austausch. Entscheidend sind vor allem der technische Zustand der Feuerstätte, die Wirtschaftlichkeit und das angestrebte Modernisierungsziel. Ein Fachbetrieb kann beurteilen, ob eine Nachrüstung ausreicht oder ein neuer Kamineinsatz langfristig die bessere Lösung ist.

Wann sollte ich einen Kamin nachrüsten?

Ausgangssituation bzw. ZielBegründung
Kamin ist technisch in gutem Zustand
  • vorhandene Technik kann weitergenutzt werden
offener Kamin soll effizienter werden
  • Kaminkassette verbessert die Wärmenutzung und erhöht den Wirkungsgrad
Emissionsgrenzwerte werden überschritten (CO-Werte sind aber in Ordnung)
  • geeigneter Staubabscheider kann die Feinstaubemissionen reduzieren
Kaminoptik soll erhalten bleiben
  • bestehende Verkleidung kann häufig erhalten bleiben
bauliche Veränderungen sollen gering bleiben
  • einzelne Komponenten lassen sich oft ohne umfassende Umbauarbeiten ergänzen oder ersetzen

Wann sollte ich einen Kamin komplett austauschen?

Ausgangssituation bzw. ZielBegründung
Kamineinsatz ist stark verschlissen
  • größere Reparaturen sind häufig unwirtschaftlich
mehrere Bauteile sind technisch überholt
  • umfassende Erneuerung ist oft wirtschaftlicher als mehrere Einzelmaßnahmen
Wirkungsgrad soll deutlich steigen
  • moderne Kamineinsätze bieten langfristig eine effizientere Verbrennung
Brennstoffverbrauch ist sehr hoch/steigt stetig an
  • neue Verbrennungstechnik kann den Holzverbrauch gezielt reduzieren
wiederkehrende technische Probleme
  • bei grundlegenden Mängeln ist eine Reparatur häufig keine dauerhafte Lösung

Lassen Sie den Zustand Ihres Kamins von einem Fachbetrieb beurteilen. Auf Grundlage der fachlichen Einschätzung können Sie fundiert entscheiden, welche Modernisierungsmaßnahme sinnvoll ist.

Wie lässt sich der Wirkungsgrad eines alten Kamins verbessern?

  • Schornstein prüfen lassen: Damit die Verbrennung richtig funktioniert, muss der Schornsteinzug zur Feuerstätte passen. Bei Schäden oder ungeeigneten Abmessungen kann eine Sanierung oder Querschnittsanpassung erforderlich sein. Ein Edelstahlschornstein allein verbessert den Wirkungsgrad eines Kaminofens allerdings nicht automatisch.
  • Feuerstätte reinigen und warten: Rußablagerungen und Verschmutzungen können die Wärmeübertragung und den Abbrand beeinträchtigen. Reinigen und entaschen Sie den Kamin deshalb nach Herstellervorgaben. Auch beschädigte Dichtungen oder andere Verschleißteile sollten Sie rechtzeitig austauschen lassen.
  • Luftzufuhr richtig einstellen: Eine ausreichende Verbrennungsluft ist entscheidend für einen sauberen und effizienten Abbrand. Passen Sie die Luftzufuhr deshalb an die jeweilige Abbrandphase an und wechseln Sie gemäß Bedienungsanleitung von der Anheizstellung in den Regelbetrieb. Zu wenig Luft begünstigt eine unvollständige Verbrennung und höhere Emissionen. Ein unnötig hoher Luftdurchsatz führt dagegen dazu, dass mehr Wärme über den Schornstein verloren geht.
  • trockenes, geeignetes Holz verwenden: Auch die Brennstoffqualität beeinflusst, wie effizient ein Kamin arbeitet. Für Scheitholz gilt eine Holzfeuchte unter 20 Prozent als sinnvoller Richtwert. [2] Die 1. BImSchV schreibt für die erfassten Holzbrennstoffe einen Feuchtegehalt unter 25 Prozent, bezogen auf das Trockengewicht, vor. [3] Feuchtes Holz enthält weniger nutzbare Energie je Kilogramm und erschwert eine emissionsarme Verbrennung. Achten Sie außerdem auf passende Scheitabmessungen, eine angemessene Holzmenge und rechtzeitiges Nachlegen, damit der Abbrand möglichst gleichmäßig verläuft.

Der Wirkungsgrad beschreibt, welcher Anteil der eingesetzten Brennstoffenergie tatsächlich als nutzbare Wärme im Raum ankommt. Mit der richtigen Bedienung, geeignetem Brennholz und regelmäßiger Kaminofenwartung lassen sich vermeidbare Wärmeverluste reduzieren. Die bauartbedingten Grenzen einer älteren Feuerstätte bleiben jedoch bestehen und lassen sich durch diese Maßnahmen allein nicht vollständig ausgleichen.



Kann man einen alten Kamin wasserführend nachrüsten?

Ein alter Kamin kann unter bestimmten Voraussetzungen auch wasserführend betrieben werden. Dafür wird meist ein speziell dafür ausgelegter Kamineinsatz eingebaut. Eine Wassertasche lässt sich nicht einfach an jeden vorhandenen Einsatz anschließen. Außerdem müssen der Schornstein geeignet, ein passender Pufferspeicher vorhanden und der Anschluss an das Heizsystem einschließlich der erforderlichen Sicherheitstechnik fachgerecht ausgeführt sein. Die Umrüstung ist zwar aufwendiger als ein einfacher Austausch des Kamineinsatzes, hat aber den Vorteil, dass der Kamin die Zentralheizung bei der Wärmeversorgung unterstützen kann.

Muss der Schornstein bei einer Kaminmodernisierung angepasst werden?

Ob der Schornstein bei einer Kaminmodernisierung angepasst werden muss, hängt von der neuen Feuerstätte, dem Zustand des vorhandenen Schornsteins und den technischen Anforderungen ab. Entspricht die bestehende Abgasführung nicht mehr den Vorgaben, sind beispielsweise eine Querschnittsanpassung, eine Schornsteinsanierung oder der Einbau eines geeigneten Innenrohres erforderlich. Welche Maßnahmen tatsächlich infrage kommen, richtet sich nach den baulichen Gegebenheiten und den Anforderungen des neuen Kaminofens.

Muss der Schornsteinfeger einen modernisierten Kamin abnehmen?

Eine Abnahme durch den bevollmächtigten Bezirksschornsteinfeger ist bei neuen Feuerstätten und wesentlichen baulichen Änderungen gesetzlich vorgeschrieben. Grundlage bilden unter anderem die 1. BImSchV und die jeweiligen Landesbauordnungen. Erst nach der schriftlichen Bescheinigung über die Tauglichkeit und sichere Benutzbarkeit der Feuerstätte und Abgasanlage dürfen Sie den modernisierten Kamin in Betrieb nehmen. Fehlt diese Abnahme, kann der Schornsteinfeger die Nutzung untersagen. Zudem drohen bei Verstößen Bußgelder. Auch im Schadensfall spielt die Abnahme eine wichtige Rolle. Liegt kein gültiger Abnahmebescheid vor, kann die Versicherung ihre Leistungen unter bestimmten Voraussetzungen, etwa bei grober Fahrlässigkeit, kürzen oder verweigern.



Was kostet das Modernisieren eines Kamins?

Grundsätzlich ist mit Kosten im vierstelligen Bereich zu rechnen, wobei aber eine pauschale Kostenangabe für eine Kaminmodernisierung ist schwierig, da der Aufwand je nach Modernisierungsmethode und Zustand der bestehenden Anlage variiert. Für den Einbau einer Kaminkassette inklusive Montage und Abnahme fallen in etwa 1.200 bis 5.300 Euro an. Müssen zusätzlich der Schornstein saniert oder die Kaminverkleidung angepasst werden, steigen die Kosten entsprechend. Deutlich aufwendiger ist die Umrüstung auf einen wasserführenden Kamin. Mit Pufferspeicher und Anschluss an das Heizsystem liegen die Gesamtkosten häufig bei über 6.500 Euro.

Welche Faktoren beeinflussen die Kosten einer Kaminmodernisierung?

  • Art der Modernisierung: Je nach Maßnahme, beispielsweise dem Einbau einer Kaminkassette oder der Umrüstung auf einen wasserführenden Kamin, unterscheiden sich die Kosten.
  • Zustand des Schornsteins: Eine notwendige Schornsteinsanierung oder Anpassung der Abgasführung erhöht den Gesamtpreis.
  • Maß- oder Standardware: Eine maßgefertigte Kaminkassette ist in der Regel teurer als ein Standardeinsatz für handelsübliche Öffnungsmaße.
  • Kaminverkleidung: Muss die vorhandene Verkleidung teilweise abgebaut und anschließend wiederhergestellt werden, entstehen zusätzliche Arbeitskosten.
  • Heizleistung: Einsätze mit höherer Heizleistung sind häufig teurer als Modelle für kleinere Räume.
  • Modellwahl: Größe, Ausstattung und Materialqualität des neuen Kamineinsatzes wirken sich auf den Anschaffungspreis aus.
  • zusätzliche Arbeiten: Brandschutzmaßnahmen, Anpassungen am Mauerwerk, Demontage sowie Entsorgung alter Kaminbestandteile oder der Einbau eines neuen Reinigungsschachts erhöhen den Montageaufwand.
  • regionale Handwerkerpreise: In Ballungsräumen fallen die Arbeitskosten häufig höher aus als in ländlichen Regionen.
  • Abnahme durch den Schornsteinfeger: Für die Prüfung und Abnahme der modernisierten Feuerstätte fallen zusätzliche Gebühren an.
UNSER TIPP:
Nach § 35a Absatz 3 EStG können Sie 20 Prozent der Arbeits-, Fahrt- und Maschinenkosten einschließlich Umsatzsteuer von der Einkommensteuer abziehen. Der Steuerbonus ist auf 1.200 Euro pro Jahr und Haushalt begrenzt. Ab 2027 ist eine Senkung auf 15 Prozent und maximal 900 Euro jährlich vorgesehen. [4] Die Änderung ist bislang nicht abschließend beschlossen. (Stand November 2026) Materialkosten bleiben bei der Steuerermäßigung unberücksichtigt. Voraussetzung sind eine ordnungsgemäße Rechnung, die Ausführung der Arbeiten im selbst genutzten Haushalt und die Überweisung des Rechnungsbetrags an den Leistungserbringer. Barzahlungen erkennt das Finanzamt nicht an.

Was kostet die Abnahme eines Kaminofens?

Die Gebühren für den Feuerstättenbescheid richten sich nach der Kehr- und Überprüfungsordnung (KÜO), während für die baurechtliche Abnahme die jeweiligen landesrechtlichen Gebührenregelungen gelten. Bei einer Kaminmodernisierung übernimmt der bevollmächtigte Bezirksschornsteinfeger sowohl die Abnahme der Feuerstätte als auch die Ausstellung oder Änderung des Feuerstättenbescheids.

Was kostet das Nachrüsten einer Kaminkassette?

Einfache Kaminkassetten kosten etwa 1.000 Euro und mehr, während Sie für individuell angefertigte oder aufwendig ausgestattete Modelle mehrere Tausend Euro einplanen müssen. Für einen unkomplizierten Einbau sind zudem 500 bis 1.000 Euro ein plausibler Orientierungswert. Anpassungen an der Feuerstelle, Brandschutzmaßnahmen, Arbeiten an der Abgasführung und die Abnahme können zusätzlich anfallen.

Was kostet der Austausch eines Kamineinsatzes?

Für maßgefertigte Austauschlösungen können die Preise bei 5.000 Euro aufwärts liegen. Zusätzliche Arbeiten an der Kaminverkleidung, am Brandschutz oder an der Abgasführung erhöhen den Gesamtpreis. Bei wasserführenden Modellen kommen die Kosten für einen Pufferspeicher, die Einbindung in das Heizsystem und die erforderliche Sicherheitstechnik hinzu. Der reine Gerätepreis bildet daher nur einen Teil der tatsächlichen Umrüstungskosten ab.



Was kostet das Nachrüsten eines Staubabscheiders?

Kostenfaktorelektrostatischer Staubabscheider (aktiv)filterndes System (passiv)
Anschaffung
  • 1.500 bis 3.000 Euro
  • 300 bis 1.000 Euro
Montage
  • zusätzliche Kosten
  • abhängig von Einbauort, Zugänglichkeit und erforderlichen Anpassungen
  • zusätzliche Kosten
  • abhängig vom System und Einbauaufwand
laufende Kosten
  • Strom
  • Reinigung
  • gegebenenfalls Wartung (geräteabhängig)
  • Reinigung
  • gegebenenfalls Austausch von Filterelementen (produkt- und nutzungsabhängig)

Gibt es für das Modernisieren eines Kamins Förderungen?

  • wasserführende Pelletöfen: Förderfähige Geräte erhalten über die KfW-Heizungsförderung 458 eine Grundförderung von 30 Prozent der förderfähigen Kosten. Voraussetzung sind unter anderem eine automatische Beschickung, die Einbindung in das zentrale Heizsystem, ein Eintrag in der BAFA-Wärmeerzeugerliste und die Erfüllung der BEG-Anforderungen. Weitere Boni und Förderhöchstbeträge richten sich nach den individuellen Voraussetzungen.
  • Staubabscheider: Die Nachrüstung an herkömmlichen Kaminöfen ist von der BAFA-Förderung zur Emissionsminderung ausgeschlossen. Diese gilt nur für geeignete Biomasseheizungen ab 4 kW Nennwärmeleistung, die älter als zwei Jahre sind und deren Staubemissionen durch die Nachrüstung um mindestens 80 Prozent sinken. Der frühere KfW-Emissionsminderungszuschlag kann seit dem 21. Juli 2026 nicht mehr neu beantragt werden.

Eine staatliche Förderung ist nur für bestimmte Modernisierungsmaßnahmen möglich. Entscheidend sind die Art der Feuerstätte und die technischen Voraussetzungen. Förderbedingungen können sich zudem stets ändern. Prüfen Sie deshalb vor der Beauftragung die aktuellen Vorgaben.

Diese 5 Dinge sollten Sie beachten

  1. Bestandsdaten erfassen: Notieren Sie Hersteller, Modell und Baujahr der Feuerstätte und sammeln Sie vorhandene Unterlagen. Das erleichtert die technische Bewertung und die Auswahl passender Ersatzteile.
  2. Anschlussmaße prüfen: Berücksichtigen Sie neben den Außenmaßen auch Anschlussposition, Rauchrohrdurchmesser und erforderliche Sicherheitsabstände.
  3. Verbrennungsluft sicherstellen: Prüfen Sie besonders in energetisch sanierten Gebäuden und bei Abluftanlagen, ob eine zusätzliche Luftzufuhr erforderlich ist.
  4. Unterlagen aufbewahren: Sammeln Sie Produktunterlagen, Rechnungen sowie Prüf- und Abnahmebescheinigungen für spätere Wartungen und Reparaturen.
  5. fachliche Beratung einholen: Besprechen Sie die geplante Modernisierung im Vorfeld mit einem Fachbetrieb oder dem zuständigen Schornsteinfeger.


Fazit

Eine Kaminmodernisierung kann die Wärmenutzung verbessern, Emissionen senken und den gesetzeskonformen Weiterbetrieb ermöglichen. Besonders groß ist der Effizienzgewinn beim Umbau eines offenen Kamins mit einer geeigneten Kaminkassette. Bei geschlossenen Feuerstätten kommen beispielsweise der Austausch des Kamineinsatzes oder die Nachrüstung eines Staubabscheiders infrage. Welche Maßnahme sinnvoll ist, richtet sich nach der Bauart, dem Zustand der Anlage und den geltenden gesetzlichen Anforderungen. Bestimmte ältere Feuerstätten dürfen ohne entsprechenden Emissionsnachweis oder geeignete Nachrüstung zudem nicht mehr betrieben werden, sofern keine gesetzliche Ausnahme greift. Vor der Modernisierung sollten Sie daher die Leistungsfähigkeit Feuerstätte prüfen lassen. Ein Fachbetrieb kann danach die technischen Maßnahmen entsprechend planen und umsetzen. Den zuständigen bevollmächtigten Bezirksschornsteinfeger sollten Sie frühzeitig einbeziehen, um die Anforderungen an den Weiterbetrieb und die erforderliche Abnahme zu klären.

Kamin modernisieren: Häufig gestellte Fragen

Wie lange dauert der Einbau einer Kaminkassette?

Der Einbau einer Standard-Kaminkassette dauert bei passenden Einbaumaßen in der Regel einen Arbeitstag. Sind zusätzliche Arbeiten am Schornstein erforderlich oder wird eine Maßanfertigung benötigt, kann sich die Montage auf zwei bis drei Tage verlängern. Für maßgefertigte Kassetten kommt außerdem eine Produktionszeit von etwa sechs bis acht Wochen hinzu.

Darf ich einen neuen Kamineinsatz selbst einbauen?

Der Selbsteinbau eines Kamineinsatzes ist grundsätzlich möglich, da keine allgemeine gesetzliche Pflicht zur Beauftragung eines Fachbetriebs besteht. Allerdings muss der zuständige Schornsteinfeger die Feuerstätte vor der Inbetriebnahme prüfen und abnehmen. Je nach Einzelfall kann er dafür einen Nachweis über den fachgerechten Einbau verlangen. Da Montagefehler außerdem die Brandsicherheit beeinträchtigen und versicherungsrechtliche Folgen haben, ist die Ausführung durch einen Fachbetrieb am sichersten.

Wie lange hält ein moderner Kamineinsatz?

Ein moderner Kamineinsatz hat bei sachgemäßem Betrieb und regelmäßiger Wartung eine lange Lebensdauer. Verschleißteile wie Dichtungen, Feuerraumauskleidungen und bewegliche Bauteile müssen allerdings früher ausgetauscht werden. Regelmäßige Reinigung und die Verwendung geeigneter Brennstoffe tragen dazu bei, den Einsatz möglichst lange funktionsfähig zu halten.

Quellen

[1] „Für Pellet-, Kamin- und Kachelöfen: Staubabscheider reduzieren Staubemissionen“. Umweltbundesamt, www.umweltbundesamt.de/umwelttipps-fuer-den-alltag/fuer-pellet-kamin-kacheloefen-staubabscheider. Zugegriffen 4. November 2026.

[2] „Heizen mit Holz“. Umweltbundesamt, www.umweltbundesamt.de/themen/heizen-holz. Zugegriffen 4. November 2026.

[3] „Erste Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes *) (Verordnung über kleine und mittlere Feuerungsanlagen – 1. BImSchV) § 3 Brenns“. Gesetze-im-internet.de, www.gesetze-im-internet.de/bimschv_1_2010/__3.html. Zugegriffen 4. November 2026.

[4] „Entwurf eines Einkommensteuerreformgesetzes 2027 – Bundesfinanzministerium – Service“. Bundesministerium der Finanzen, www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Gesetzestexte/Gesetze_Gesetzesvorhaben/Abteilungen/Abteilung_IV/21_Legislaturperiode/2026-08-18-EStReformG-2027/0-Gesetz.html. Zugegriffen 4. November 2026.

Über unsere*n Autor*in
Kathrina Haunfelder
Kathrina Haunfelder arbeitet als Redakteurin für Kaminbau.net und macht technisches Fachwissen rund um Kamine, Öfen und Feuerstätten verständlich. Ihr Studium in Technikjournalismus und Technik-PR vermittelte ihr fundiertes Wissen in Physik und Energietechnik, eine solide Basis für Themen wie Verbrennungstechnik, Wärmeübertragung und Abgasführung. Zuvor absolvierte sie eine Ausbildung zur Fremdsprachenkorrespondentin, die ihr ein sicheres Gespür für präzise Formulierungen vermittelte. Nach ersten redaktionellen Erfahrungen als Werkstudentin baute sie ihre Expertise stetig aus. Heute verfügt sie über mehr als 5 Jahre Berufserfahrung, recherchiert gründlich und führt regelmäßig Gespräche mit Fachleuten aus dem Kaminbau. Ihre Artikel verbinden technisches Hintergrundwissen mit praxisnahen Einblicken, für Handwerker wie für Endkunden.